RAF-Film in Freiburg

Meike Riebau

Das Thema RAF kommt wieder ins Kino: In Freiburg laufen momentan die Dreharbeiten zu dem Film "Schattenwelt", in dem ein RAF-Mitglied zufällig die Tochter eines seiner Opfer kennenlernt. Co-Autor des Filmes ist Peter-Jürgen Boock, langjähriges Mitglied der Rote Armee Fraktion.


Nein, die Geschichte sei fiktional, betont Regisseurin Connie Walther.
Auch wenn der Plot von "Schattenwelt" einige Parallelen zu der Biographie des Co-Autors Peter-Jürgen Boock aufweist. Boock war lange Mitglied der "Rote Armee Fraktion" und an der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer und Jürgen Pontos beteiligt.




In "Schattenwelt" trifft ein aus der Haft entlassenes RAF-Mitglied (Ulrich Noethen) auf die Tochter eines seiner Opfer (Franziska Petri). Zwischen den beiden Nachbarn entwickelt sich eine Vertrauensbeziehung, bis sie entdeckt, wer er ist.
"Mir war es wichtig, beide Seiten darzustellen, Täter und Opfer", sagt Regissuerin Connie Walther, "der Zuschauer soll für sich entscheiden, wo er steht". Die Idee zu dem Film sei schon "lange vor der Welle der RAF-Dokumentationen entstanden", bekräftigen Regisseurin, Produzent und Schauspieler. "Schon vor neun Jahren hatten wir fast alles zusammen. Was uns fehlte, war ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender als Co-Produzent. Ohne den ging es leider nicht", erzählt Walther.

Nun kam der Film letztlich doch noch zustande, nachdem der Bayerische Rundfunk vor anderthalb Jahren als Unterstützer gewonnen werden konnte. Drehorte sind Freiburg und Berlin. In Freiburg wird zwar an der Dreisam gedreht, aber sonst werden keine markanten Plätze zu sehen sein. Am gestrigen Dienstag wurde etwa im Feld bei Vörstetten eine Szene während einer Autofahrt gedreht, in der Petry Noethen zu dem Ort hinbringt, an dem einst die Entführung ihres Vaters stattfand. 26 Drehtage hat des Team mittlerweile schon hinter sich, und somit die Hälfte des Films schon im Kasten. Eine Besonderheit des Films ist, dass er chronologisch gedreht wird.

Hauptdarsteller des Films sind Ulrich Noethen ("Der Untergang", "Bibi Blocksberg") und Franziska Petri ("Vergiss Amerika", "Wolffs Revier").
Die Vorbereitung zur Rolle des ehemaligen Gefängnisinsassen sei  gar nicht so leicht gewesen, gibt Noethen zu.
"Zwanzig Jahre Knast lassen sich nun einmal nicht nachempfinden". Franziska Pertri in der Rolle der Tochter des Opfers hatte ähnliche Probleme. "Den Vater auf eine derartige Weise zu verlieren ist etwas, was schwer nachfühlbar ist." Ihre Rolle in Schattenwelten habe sie aber auch verändert. "Ich habe die Zeit selbst ja gar nicht mehr mitbekommen, aber in meiner Generation gilt die RAF ja als etwas cooles, rebellisches. Dadurch, dass ich hier die Opfer-Rolle habe, sehe ich das Ganze einmal aus einer anderen Persepektive." Der Film soll im nächsten Jahr in die Kinos kommen, der genaue Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest.

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