EHC Freiburg

Radek Duda: Der Weg zum Fanliebling

Benjamin Resetz

Er kam als verheißungsvoller Top-Transfer in den Breisgau, musste sich auf dem Eis der DEL 2 aber erst einmal zurechtfinden: Wie sich EHC-Stürmer Radek Duda nach Anlaufschwierigkeiten dann doch zur Leitfigur des EHC Freiburg entwickelt hat.

Er kam als verheißungsvoller Top-Transfer der Sommerpause in den Breisgau, musste sich auf dem Eis der DEL 2 aber erst einmal zurechtfinden. Der Wechsel des tschechischen Eishockey-Altstars Radek Duda vom HC Litvínov zum EHC Freiburg ging mit hohen Erwartungen einher (siehe BZ-Spielerporträt). Nach einem holprigen Start – nicht zuletzt im Zusammenspiel mit den Fans – prägt der 38-Jährige das Freiburger Spiel inzwischen jedoch maßgeblich und avancierte so zum Publikumsliebling.


Wenn Radek Duda zur Hochform aufläuft, ist es ein Genuss, ihm beim Eishockeyspielen zuzusehen. "Endlich wieder ein Trickser", frohlockte erst kürzlich ein begeisterter Anhänger nach dem 5:2-Heimerfolg der Wölfe über den ESV Kaufbeuren und bezog sich dabei auf Dudas fulminante Vorarbeit zum zwischenzeitlichen 3:1: Bei einem Konter hatte der Routinier Fahrt aufgenommen, brachte einen Verteidiger mit einem Haken aus der Balance, um ihn anschließend mit einem spektakulären Stockmove zu umspielen. Ein Blick Richtung Tor, ein Steilpass auf den herbeieilenden Petr Haluza, und die Scheibe zappelte im Netz. Radek-Duda-Sprechchöre schallten durch die Franz-Siegel-Halle, und es wurde klar: Der ehemalige Nationalspieler hat sich endgültig auch in die Herzen der letzten Freiburger Pessimisten gespielt.

Es ist nur ein Beispiel für das Können des tschechischen Eishockeyprofis, der inzwischen praktisch jeder Begegnung des EHC seinen Stempel aufdrückt. Was würden die Wölfe nur ohne ihren Altstar machen? Das darf man sich mittlerweile tatsächlich an der Ensisheimer Straße fragen, wo der Edeltechniker immer größere Spuren hinterlässt und zum wertvollsten Spieler der Monate Januar, Dezember und Oktober gekürt wurde. Gemeinsam mit Eigengewächs Niko Linsenmaier führt der Tscheche die teaminterne Scorerwertung an. Und auch ligaweit sind die beiden Freiburger in der obersten Etage angekommen. Mit 46 Punkten (18 Tore, 28 Vorlagen) belegt Duda Rang sieben in der DEL-2-Scorerliste. Nur Linsenmaier, der einen Assist mehr auf dem Konto hat, zeigt sich offensiv minimal effizienter.

Beide tragen gemeinsam maßgeblich dazu bei, dass die Freiburger bis dato die drittmeisten Tore aller DEL-2-Klubs erzielten (142). In den vorangegangenen 14 Spielen war Duda stets an einem oder mehreren Treffern beteiligt. In fünf aufeinanderfolgenden Partien traf er selbst in Schwarze. Beim 6:2-Heimerfolg gegen den SC Riessersee Mitte Januar glänzte der Routinier mit einem Tor und vier Assists. Werte, die seine Bedeutung für den derzeitigen Tabellensiebten auch auf dem Papier untermauern.

Dabei hatte der extrovertierte Tscheche zunächst einen schweren Stand im Breisgau. Duda hatte in der Anfangsphase der Saison Schwierigkeiten, seine Leistung im System von Trainer Leos Sulak abzurufen, fiel durch vermeidbare Strafzeiten auf – teilweise in entscheidenden Phasen des Spiels. Wer den Edeltechniker beobachtete, erkannte seine enormen Fähigkeiten. Bei einigen Anhängern geriet er dennoch in die Kritik. Manche machten ihrem Ärger mit teils beleidigenden Worten in sozialen Netzwerken Luft. Im Fangespräch stellte sich Duda Anfang November den Anhängern und schuf so eine Annäherung. Heute schwärmt er vom Freiburger Publikum und lobt deren Unterstützung. "Der Support von den Fans ist unglaublich", so der Wölfe-Crack, der sich nach einem Heimsieg auch einmal zum Tanz vor der Kurve animieren lässt.

Mittlerweile gilt Duda als Führungsspieler, der stets mit vollem Einsatz vorangeht. "Immer alles geben, meine Teamkollegen besser machen und gewinnen", lautet die Marschroute des Mannes, der von sich selbst behauptet, nichts mehr zu hassen als zu verlieren. Und auch die Fans honorieren die Leistungen des junggebliebenen Eishockey-Oldies mit der Rückennummer 69.