Rabattkarten für Familien: Die Schwarzwaldcard

Rebekka Sommer

"Sammeln Sie Punkte?" Rabattkarten bekommt man ja regelrecht hinterher geworfen. "Nein danke", lautet Rebekkas Standardantwort. Mit dem stets aufgeschobenen Ziel, sich später mal über den Nutzen des jeweiligen Angebots zu informieren. Für den Elternblog wird sie das jetzt endlich tun und einige Familienrabatte bewerten. Folge Nummer 1: Die Schwarzwaldcard.



Wer sich den Sommerurlaub spart, muss trotzdem nicht zu Hause versauern. Dachte die Schwarzwald Tourismus GmbH und rief die Schwarzwaldcard ins Leben. Für 99 Euro im Jahr bekommen Familien mit drei Kindern an drei wählbaren Tagen freien Eintritt in Erlebnisschwimmbäder, Tierparks oder Kletterzentren.


Übertragbar ist die Karte nicht, doch können die eingetragenen Personen auch Großeltern, Freunde oder Freundeskinder sein. Ab dem vierten Kind muss eine Extra-Kinderkarte dazu gekauft werden (21 Euro), und mit einem Kind kostet die Schwarzwaldcard 85 Euro. Abgesehen von den drei Erlebnistagen gibt es bei verschiedenen „Bonus-Partnern“ einmal im Jahr freien Eintritt.

Ein Beispiel: Familie Schwarzfuß plant die Sommerferien (Familiencard, 99 Euro)

Familie Schwarzfuß aus dem Rieselfeld hat drei Kinder: Minna (12), Max (9) und Hugo (2 Jahre). Ende Juli verbringen sie einen Tag am Bodensee und besichtigen das SeaLife Center ein Konstanz (regulärer Preis: 49,80 Euro). Nachmittags füttern Hugo und Papa am Hafen die Schwäne,  während Mama mit den beiden Großen ins Reptilienhaus nach Unteruhldingen fährt (11 Euro).

In den Sommerferien besucht Papa Schwarzfuß mit Max und Minna einige „Bonus-Partner“: Einmal das Freibad und Hauffs Märchenmuseum in Baiersbronn (6,80 und 4,50 Euro), ein andermal den Naturena-Badesee in Ühlingen-Birkendorf (6 Euro). In den Waldkircher Schwarzwaldzoo kommt Mama mit Hugo mit (6 Euro).

Zum Ferienausklang geht die Familie noch einmal geschlossen in den Erlebnispark Funny World (Familienticket 29,90 Euro). Darüber freut sich besonders Minna, die unter Reiseübelkeit leidet, denn auf dem Weg nach Konstanz war ihr schlecht geworden und die Fahrt bis nach Kappel dauert zum Glück nur zwanzig Minuten.

… das Rechnen wird anstrengend …



Bisher konnte Familie Schwarzfuß gegenüber den regulären Preisen insgesamt 15 Euro sparen und hat noch den dritten Schwarzwaldcard-Tag vor sich, dessen Nutzung gut überlegt sein will. Minna schlägt das Furtwangener Uhrenmuseum vor, doch das Angebot scheint nicht wirklich zu lohnen: Der Eintritt für die ganze Familie kostet sowieso nur 10 Euro. Zwar könnten Max und Minna in der Uhrenwerkstatt ihre eigene Uhr – und Hugo eine Kuckucksflöte – bauen (Materialpreis extra: 8 Euro); doch um die SchwarzwaldCard optimal auszunutzen, müsste Familie Schwarzfuß am gleichen Tag mindestens noch eine weitere Attraktion besichtigen, und das wird zu anstrengend für Hugo - bei dieser Hitze!

Max will ins Schwimmbad. Das Freizeitbad in Bad Oppenau ist „Bonus-Partner“ und hat eine Riesenrutsche – doch lohnt eine Fahrt bis kurz vor Offenburg für gesparte 5,70 Euro für Papa und zwei Kinder? Die näher gelegenen Freizeitbäder in Müllheim oder Denzlingen sind wiederum keine „Bonus-Partner“ und kosten regulär so wenig, dass ein Verfallstag für die Schwarzwaldcard als schlechte Investition erscheint. Mama Schwarzfuß zieht deshalb in Erwägung, am gleichen Tag endlich einmal die Schwarzwaldmädel-Stadtführung durch Freiburg zu machen (12 Euro).

Schlussendlich findet Familie Schwarzfuß die Rechnerei aber zu unentspannt und beschließt, die Schwarzwaldcard für die Herbstferien und einen freien Eintritt im Laguna aufzuheben. Damit hätte die Familie - je nach Wochentag des Laguna-Besuchs– nochmal mindestens 30 Euro gespart und könnte stolz auf ihre vollbrachte Leistung zurückblicken.

Fazit: Rentiert sich bei guter Planung, brauchbare Anregungen



Die Schwarzwaldkarte ist so konzipiert, dass sie am schnellsten Ersparnis bringt, wenn sie auf exakt zwei Erwachsene und drei Kinder ab 3 ausgestellt wird. Nur: Wie viele Eltern haben schon drei Kinder? Und wenn man die Karte gemeinsam mit einer befreundeten Minifamilie nutzt, könnte es schwierig werden, so viele gemeinsame Termine zu finden.

Je mehr besuchte Ausflugsziele, umso attraktiver die Karte. Die Anzahl von 130 Ausflugszielen klingt gut, darunter sind allerdings allein 30 Schwimmbäder im Gebiet von Müllheim bis Karlsruhe. In einigen Fällen würden die Spritkosten also bei weitem das übersteigen, was man für den Eintritt in ein näher gelegenes Schwimmbad, Museum oder Schloss ausgeben würde. Ist man aber wirklich daran interessiert, die Gegend kennenzulernen, hat man mit der Schwarzwaldcard ein kleines Schnäppchen gemacht. Lust am Planen vorausgesetzt, denn um den Preis der Schwarzwaldcard optimal auszukosten, muss man schon ein wenig auf der Website der Schwarzwald Tourismus GmbH stöbern.

Doch auch ohne den Kauf der Schwarzwaldcard findet man auf dieser Seite Anregungen für den einen oder anderen Schwarzwaldausflug. Die Suchfunktion unter „Service“, „Schwarzwaldcard“ und „Attraktionen und Ausflugsziele“ macht das Ganze überschaubar – man kann hier zum Beispiel nach „Erlebnis Pur“, „Wohlfühl-Oasen“ oder „Bahnen und Schiffen“ suchen.

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