Qualvolle Fahrt für 33 Rinder

Markus Hofmann

Die Autobahnolizei hat gestern einen Tiertransporter kontrolliert, der mit 33 Rindern beladen war, die einen, so die Polizei, "fertigen Eindruck" machten. Unter anderem waren die Tiere wohl längere Zeit nicht gemolken worden - aus ihren Eutern tropfte beziehungsweise spritzte bereits Milch.

Bei der genaueren Betrachtung stellten die Beamten dann fest, dass nicht alle beförderten Tiere an die Tränkeeinrichtung kamen. Bei der Kontrolle der (unvollständigen) Transportunterlagen wurde klar, dass der Transport (Fahrt aus dem Kreis Potsdam nach Barcelona) bereits 24 Stunden andauerte, ohne dass eine vorgeschriebene Versorgung nach maximal neun Stunden möglich war. Eine vom Fahrzeughalter vorgesehene Tränkemöglichkeit auf der Fahrtroute konnte der Fahrer wegen einer Rinderkrankheit und der damit verbundenen Einfuhrsperre nach Luxemburg nicht anfahren. Er fuhr deshalb ohne Rücksicht auf die Tiere weiter. Eine Ausweichmöglichkeit zum Tränken hatte der verantwortliche Transportführer dem Fahrer auch nicht mitgeteilt. Das zuständige Veterinäramt des Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald wurde informiert. Eine Veterinärärztin kam sofort vor Ort und überwachte den Transport bis in die nächste Versorgungsstation ins nahe gelegene Elsass. Der Fahrer und verantwortliche Transportführer oder Fahrzeughalter erhalten wegen Verstößen gegen die Tierschutztransportverordnung eine Anzeige, die mit empfindlichen Bußgeldern verbunden ist.