Qfly: Wo kann ich diese Woche für 100 Euro hinfliegen?

Christoph Müller-Stoffels

Das kennt jeder: Abflugort eingeben, Ankunftsort eingeben, Datum eingeben, Reise finden. Manchmal ist das aber nicht genug. Dann will man wissen, wohin man an einem Donnerstag zwischen dem 3. und 29. Dezember für 100 Euro fliegen kann. Wir haben uns die Website angeschaut, die das ermöglicht und sich bei den Fluggesellschaften keine Freunde macht.



Ich will weg, möglichst an einem Wochenende und möglichst im Dezember. Einfach mal raus. Von Karlsruhe oder einem nahen Flughafen für höchstens 100 Euro soll es irgendwohin gehen. Und zwar für vier bis sechs Nächte. Ich fülle die Suchmaske aus und starte den Vorgang.


Langsam trudeln die Ergebnisse ein. Zehn Airlines bedienen diese Strecke, wird mir gesagt. Eine Strecke, die theoretisch nur einen Startpunkt hat. Für 40 Euro kann ich nach Leipzig, Hamburg würde dagegen 90 Euro kosten, genauso wie Rom. Ein Trip nach Barcelona ist dagegen schon ab 88 Euro zu haben. Insgesamt hat meine Suche 337 Flüge zu 13 Zielen gefunden. Da wird etwas dabei sein.

Qfly heißt der Service, der den Sieg der Flexibilität bedeuten soll. Das Q ist hierbei wahlweise von IQ oder James Bonds genialem Tüftler entliehen. Der geniale Tüftler hinter Qfly heißt Joris Machielse (Bild rechts). Er hat das Konzept zusammen mit Investoren und Ratgebern auf die Beine gestellt.

2007 begann die Programmierarbeit, eineinhalb Jahre später startete das Projekt in den Niederlanden, einem Markt, wie Machielse sagt, der klein genug war, um gewisse Kinderkrankheiten zu kurieren. „Letzten Monat sind wir dann auch in Deutschland gestartet.“

Die Besucherzahlen lassen auf eine rosige Zukunft hoffen. „Da wir in Deutschland gerade erst gestartet sind müssen wir abwarten inwieweit dies saisonabhängig ist. Durch die Testläufe konnten wir feststellen dass die Suchmaschine besonders geeignet ist um mal zwischendurch einen Flug zu buchen, also auch neben den traditionellen Ferienzeiten.“ Und eben sehr flexibel.

Bislang ist Qfly nur für den europäischen Markt verfügbar. Und leider soll das vorerst auch so bleiben. „Primärziel ist es die beste Meta-Suchmaschine Europas zu werden,“ so Machielse, „deswegen richten wir uns hauptsächlich auf Europa, es kann jedoch sein dass wir unsere Pläne ändern und irgendwann auch einen weltweiten Service bieten.“

So gut das bei den Kunden ankommt, die Fluggesellschaften sind nicht sonderlich begeistert von dem Service. "Nachdem wir die erste Testversion von Qfly online geschaltet hatten, stellte sich heraus, dass einige Fluggesellschaften nicht glücklich über die Transparenz sind, die wir dem Verbraucher bieten. Die Fluggesellschaften versuchen unsere Suchroboter auf verschiedene Arten zu blockieren, aber glücklicherweise sind wir stets einen Schritt schneller."