Putpat.TV: Musikfernsehen ohne Drumherum

Gina Kutkat

Ein Musiksender, der nur zeigt, was man sehen will - gibt es das? Kein Programmdirektor, keine Klingeltonwerbung und keinen Serientrash? Ja, das gibt es, dank Putpat.tv. Auf der neu entwickelten Musik-TV-Plattform im Internet kann sich jeder sein eigenes Musikvideoprogramm zusammenstellen - und das kostenlos. Musikfernsehen, wie es sein sollte. Gina stellt euch den interaktiven Online-Musiksender vor.



Zurzeit befindet sich die durch Reklame finanzierte Seite noch in der Beta-Testphase mit wenigen Usern. Ende Sommer wird Putpat voraussichtlich für die breite Masse online gehen.


Put und Pat: Zwei knackige Wörter, die das Musikfernsehen im Internet revolutionieren sollen. Was auf Putpat läuft, bestimmt jeder einzelne Zuschauer für sich selbst. Hinter Putpat verbirgt sich das Unternehmen Televised Revolution (TVRL) aus Köln, das von einem Team aus erfahrenen Leuten aus den Bereichen Fernsehen und IT Development gegründet wurde.

Geschäftsführer und ehemaliger Viva-Plus Programmdirektor Tobias Trosse legt besonderen Wert auf den Gedanken der Interaktivität. Putpat will seinen Nutzern interaktives Musikfernsehen bieten. Die Nutzer können Putpat dabei helfen, ein auf den persönlichen Geschmack zugeschnittenes Musikprogramm zu servieren. "Wir verbinden klassisches TV mit dem Web 2.0 Gedanken", sagt Projektmanager Thomas Bayer.



Der Online-Musiksender merkt sich, welche Musik der einzelne Nutzer mag und welche Clips er lieber aus seinem Programm verbannt haben möchte. Durch ein persönliches Profil kann der Nutzer das Programm auf die richtige Spur leiten. Nutzer des weit verbreiteten Online-Radiosenders Last.fm können ihre Profile mit Putpat verknüpfen und somit einen eigenen Musikkanal mit den persönlichen Lieblingsclips erstellen.

Ist der Kanal für die personalisierte Video-Strecke erst einmal eingerichtet,  ist das Bewertungssystem für alle weiteren Schritte zuständig. Clips und Künstler können beurteilt, aber auch verbannt werden. Putpat merkt sich, ob ein Clip als "Lieblingslied, Weltklasse, Oberliga Nord, geht so oder Mittelstrahl" bewertet wird. Nie wieder Tokio Hotel sehen? Kein Problem - einzelne Videos oder Künstler können durch den "Verbannen"-Button für immer aus dem persönlichen Profil entfernt werden.

Der Veequalizer nimmt per Regler temporäre Musikveränderungen vor und kann je nach Stimmung bedient werden. Wer auf seinen eigenen Musikkanal nicht immer Lust hat, kann zu den Themenchannels mit Videos zu Schlagwörtern wie "Heimat", "Charts"oder "Retro" wechseln, die von den Machern der Seite selbst zusammengestellt wurden.



Die Unterschiede zu Musikportalen wie YouTube liegen für Thomas Bayer auf der Hand: "Der User kann bei Portalen wie YouTube aktiv seine Clips auswählen und sogar Playlisten erstellen - aber auch nur das. Er muss dabei  permanent aktiv sein. Bei Putpat befindet sich der User in einer "lean back" Position. Er kann sich zurücklehnen, Putpat genießen und muss nicht durch ständiges Klicken neue Videos zu seiner Playlist hinzufügen." Der User muss also nicht ständig aktiv sein, aber er kann, wenn er will. Beide Welten - Lean Back aber auch Lean Forward - werden bei Putpat verbunden, aktives und passives Konsumieren ist somit möglich.

50.000 Musikvideos aus allen Genres soll es auf Putpat bald geben. Die Major-Plattenfirmen haben ihren Video-Katalog zur Verfügung gestellt und auch die Indie-Label sind mit an Bord.

Anmelden zum Beta-Test kann man sich hier.



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