Public Viewing im Mensagarten: Gefälschte Absage

Peter Disch & Simone Lutz

Das Studentenwerk sagt sein Public Viewing wegen der Freiburger Abschiebepraxis ab? Unbekannte haben das in einer gefälschten Mail behauptet. Fakt dagegen ist: Das Studentenwerk will mit der Stadt über das Public Viewing reden.

Die Mail kam mit Absender des Studentenwerks, das Layout der angehängten Pressemitteilung imitierte das offizielle Briefpapier nebst Logo. Der Inhalt: Nachdem es im Eschholzpark kein Public Viewing gibt, fürchtet das Studentenwerk eine Überfüllung und bläst die Veranstaltung ab, bevor sie überhaupt angepfiffen werden kann.


Dies sei aber nicht der einzige Grund für die Absage des Public Viewing im Mensagarten,wurde Uli Stelter vom Studentenwerk zitiert: Das Studentenwerk wolle die Debatte um die Menschenrechte im EM-Gastgeberland Ukraine nutzen, um auf die Abschiebepraxis in Freiburg aufmerksam zu machen und sehe sich nicht in der Lage, ein fröhliches Fußballfest zu feiern – es sei denn, es komme kurzfristig zu einer politischen Lösung.

Wie sich am Freitag herausstellte, ist die Pressemitteilung, deren Inhalt kurz auch auf der Website der Badischen Zeitung zu lesen war, von A bis Z erfunden. "Das hat nichts mit uns zu tun", sagte Studentenwerks-Geschäftsführer Clemens Merz am Freitag, der deswegen aber nichts weiter unternehmen will.

Fakt ist dagegen, dass das Studentenwerk in der kommenden Woche ein Gespräch mit der Stadtverwaltung hat, in dem es um das geplante Public Viewing im Mensagarten gehen soll. Streng genommen darf das Studentenwerk nur Fußballfans einlassen, die einen Studentenausweis haben oder bei der Universität arbeiten. Wie soll das kontrolliert werden, wenn der Andrang beim nunmehr einzig großen Public Viewing in Freiburg überhand nimmt? Das ist eine der offene Frage. Könnte es sein, dass das gemeinsame Fußballschauen am Ende doch noch abgesagt wird? Das will Merz so nicht bestätigen, man wolle erstmal das Gespräch mit der Stadtverwaltung abwarten.

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  [Foto: Rita Eggstein]