Public Viewing-Guru: Deutschland vs. Portugal im Mensagarten

Public Viewing-Guru

Das war knapp. Als alle schon ein torloses Unentschieden oder Schlimmeres befürchten, fällt in der 72. Minute der Siegtreffer für die deutsche Mannschaft. Wie das Spiel Deutschland gegen Portugal im Mensagarten angekommen ist? Unser Public Viewing-Guru war vor Ort.



Die Location

Links Bierbänke und Tische, rechts Wiese – so kennen die Freiburger Studenten ihren Mensagarten. Und genauso sieht es aus beim EM-Eröffnungsspiel für die Deutschen. Dazu kommt díe Großbildleinwand vor dem Mensapavillon und außenrum Zäune, fertig ist die Open-Air-Arena. Schon um 18 Uhr sind alle Tische besetzt und die Ersten sitzen auf der Wiese. „Wer bei Deutschlandspielen wirklich sicher gehen will, dass er rein kommt, muss eineinhalb Stunden vorher da sein“, rät ein Mann von der Security am Einlass. Tatsächlich ist der Mensagarten lange vor Spielanpfiff voll.

Wer war am Start?

Weit und breit nur Studierende. Das ist eigentlich auch kein Wunder, schließlich verheißt schon das Schild am Eingang „Zutritt nur für Studierende“. Ein älterer Herr hat es trotzdem geschafft und sich zusammen mit jüngeren Kommilitonen an die Tische gesetzt – aber wer weiß, vielleicht ist er ja auch erst im vierten Semester.



Catering & Getränke

Der Einheitspreis für diese EM ist im Mensagarten 2,50 Euro. Pizzazunge, Flammkuchenbaguette, Würstchen im Brot, Bier und Cola – alle kosten das gleiche. Nur eins nicht: Sprudelwasser für 2 Euro. Zu bekommen ist alles im üblichen Mensagarten-Container. Getränke gibt’s auch noch beim Zelt hinten rechts und vorne links neben der Leinwand.



Spiel-Atmosphäre & Fan-Stimmungs-TÜV

Zu Beginn des Spiels wird die Frage „Sitzen oder Stehen?“ für die Fans auf der Wiese zur echten Kraftprobe. Weiter vorne steht man, hinten fordert man das „Hinsetzen“. Wer eigentlich sitzen wollte, ist schließlich gezwungen doch zu stehen, um noch etwas vom Spiel mitzubekommen. Echte Fan-Stimmung verbreiten während des Spiels vor allem zwei über den Platz verteilte Grüppchen, die sich regelmäßig „Hallo Südtribüne“ und „Hallo Nordtribüne“ zurufen. Auf den großen Rest der Anwesenden – nicht wenige immerhin im Deutschlandtrikot – will der Funke aber nicht so Recht überspringen.

Die 72. Minute

Gomez macht das Ding. Im Mensagarten sorgt sein Tor für kollektiven Jubel. Und kurzfristig auch dafür, dass mal mehr als nur die tapferen zwei Fan-Gruppen in die Fangesänge mit einstimmen. Bei der letzten EM hatten Gomez´ Tore Seltenheitswert, dieses Mal also bitte mehr davon.



König des Platzes

Kurz vor dem Spiel wird der Fernsehton abgedreht und es gibt eine Durchsage. Der Mittdreißiger am Mikro – scheinbar vom Studentenwerk – wünscht viel Spaß beim Spiel und sagt „Macht mir bloß keinen Krawall“. Alle hören auf ihn. Ein echter König.

Auf dem Klo zur Halbzeit

Mann erlebt es eher selten, dass er zur Toilette anstehen muss, während dass bei Großereignissen für Frauen ja gang und gebe ist. Bei den Toiletten im Mensagarten müssen dann aber auch die Jungs Schlange stehen. Alternativ kann man mit einem Stempel das Gelände verlassen und sich im Mensakeller erleichtern.



Aufheiterle

Gründe zum Schmunzeln gab es viele. Beispielsweise folgende These, gefasst in einen Fangesang: „Deutschland ist der geilste Club der Welt, Club der Welt, Club der We-he-elt“. Witzig waren zudem drei Fans, die anscheinend keine Studenten waren und deshalb fast das ganze Spiel von hinten über den Zaun hinweg gucken mussten.

Aufregerle


Die 24. Minute.
Der Ball rollt ins portugiesische Tor. Zählt aber nicht. Der Portugiese Meireles hat vorher Khedira getreten und Glück, dass der Schiri abpfeift. „Klar Vorteil und klar abgepfiffen: Scheiß Schiri“, empört sich einer.



Fazit

„Also die Stimmung hier ist ausbaufähig“, meint Lorenz, 23, aus einer der Fan-Gruppen. Das gleiche gilt wohl auch für die Spielqualität der Deutschen. Ein guter Anfang war es aber trotzdem auf beiden Seiten. Mit ein wenig Glück schießen Gomez und Co. beim nächstem Spiel gegen Holland dann mehr als nur ein Tor. Dann ist auch die Stimmung im Mensagarten noch besser.

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