Landgericht Freiburg

Prozess zur Gruppenvergewaltigung soll ein halbes Jahr dauern

Simone Höhl

Es ist der größte Prozess in der Geschichte des Freiburger Landgerichts: Die Hauptverhandlung im Fall der Gruppenvergewaltigung beim Hans-Bunte-Areal in Freiburg soll am 26. Juni beginnen.

Wie das Landgericht am Donnerstag bekannt gab, sollen die zwei anhängigen Verfahren bei seiner Jugendkammer zu einem verbunden werden – in einem Verfahren sind bislang acht Verdächtige angeklagt, im zweiten sind es drei Verdächtige. Bisher wurde von einem Prozessauftakt im Mai ausgegangen.


Die Anklage hat rund 50 Zeugen und fünf Sachverständige benannt, die Beweisaufnahme wird umfangreich. Bei dem Verfahren handelt es sich um den größten Prozess in der Geschichte des Landgerichts. Um Platz zu schaffen, wurden im Schwurgerichtssaal drei Publikumssitzreihen ausgebaut. Der Ententeich im Gerichtshof wurde trockengelegt und wird derzeit überbaut– damit alle Gefangenentransporter parken können.

Großprozess soll bis Dezember dauern

Die Verdächtigen sollen am 14. Oktober 2018 im Industriegebiet Nord eine 18-jährige Discobesucherin nacheinander vergewaltigt haben. Die Männer syrischer, irakischer, algerischer und deutscher Staatsbürgerschaft sitzen in Untersuchungshaft. Weil mehrere Angeklagte zur Tatzeit noch Heranwachsende waren, wird vor der Jugendkammer verhandelt.

Nach Prozessbeginn Ende Juni sollen neun Verhandlungstage bis 9. August folgen, das Gericht nach der Sommerpause dann Anfang September weiterverhandeln. Derzeit werden diese weiteren Termine abgestimmt – sie finden voraussichtlich bis Dezember statt.

Zwei der Angeklagten wird eine weitere Vergewaltigung im September 2017 vorgeworfen, mutmaßlich mit einem dritten Verdächtigen. Auf sie wird noch ein gesondertes Verfahren zukommen.

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