Protokoll: Eine Woche Augustinerplatz

Julia Bauer, Hannah Allgaier & Friederike

Der Augustinerplatz ist und bleibt einer der wichtigsten Treffpunkte junger Freiburger. Wir haben uns vergangene Woche jeden Abend dazugehockt und beobachtet: wie laut ist es? Gibt es noch den Bierverkäufer? Was macht das "Infoteam" vom Rathaus? Hier einige Antworten.



Samstag, 30. Mai 2009

Klogänger aufgepasst, die Infrastruktur des Augustinerplatzes hat sich gemausert: Die sanitären Anlagen wurden umgebaut und es gibt nun eine freundliche Toilettenaufsicht. Vorbei die Zeiten, als Kinder ihre Spielzeugbagger im Sandkasten des Augustinerspielplatzes durch Urintümpel manövrieren mussten.

Ansonsten ist aber alles mehr oder weniger beim Alten: Bier gibt es in Hülle und Fülle und man hat den Eindruck, dass alle Augen auf den kleinen August-Catwalk gerichtet sind. Man scheint auf ein spektakuläres Ereignis zu warten.



Das Wetter ist mild, die Menschen sind friedlich-fröhlich, es herrscht das übliche Stimmengewirr, das von Gitarrenmusik begleitet wird. Nun erregt eine kleine Attraktion die Aufmerksamkeit der Augusthocker: Sie nennt sich Gantenbein, kommt aus Emmendingen und nimmt mit seinen Reden das Publikum ein.



Auch wenn wahrscheinlich niemand versteht, worum es dem selbsternannten Politiker geht, lustig ist es trotzdem. Zitat: „Nach 68 sind wir die 2009er." Außerdem ist es der Abend der Junggesellenabschiede: Innerhalb von zweieinhalb Stunden ereignen sich derer gleich fünf.



Sonntag, 31. Mai 2009

Ein Sonntagabend auf dem August und dann ist der Montag auch noch frei. Eine gewisse Verwirrung ist spürbar an diesem Abend, ebenso wie eine deutliche Feiermüdigkeit.

Den meisten Leuten sieht man das lange Wochenende mit seinem reichhaltigen Abendprogramm an. Dennoch ist der August um 23 Uhr recht voll und scheint sich noch weiter zu füllen.



Montag, 1. Juni 2009

Ein etwas windiger Abend auf dem Augustinerplatz. Es ist kurz vor 21 Uhr: Noch sitzen nicht viele Menschen auf den beliebten Treppenstufen. Nur auf dem oberen Treppenabsatz hocken die hier schon öfters gesichteten, unrasierten Männer mit ihren Bierflaschen in der Hand. Einer von ihnen hat seine Gitarre im Arm und spielt alte Songs wie Lady in Black.



Die Stimmung ist ruhig und es gibt keinen Grund, sich wegen Lärms aufzuregen. Gegen 22 Uhr wird es etwas voller, da der Höllentäler etwas nachlässt und es damit auch gemütlicher zu sitzen ist. So muss man keine Angst vor einer Blasenentzündung haben. Ab 23 Uhr leert sich der Platz langsam. Viele Studenten machen sich auf zu Tag Eins im Waldsee. Die 400 Euro Jobber sind den ganzen Abend über nicht aufgetaucht.



Dienstag, 2. Juni 2009

Der schöne, warme Abend lockt viele Leute auf den Augustinerplatz. Eis essend und Bier trinkend lauscht man entweder dem ortstypischen Gitarrengeklampfe oder der Studentin vom Info-Team. Während Pischko die Menge mit Bier versorgt, wirft man einen Blick in die Info-Broschüre „ Der Augstinerplatz- Ein Platz für alle“. Die Toleranz-Zettel, wie sie von ein paar Augustsitzern ein wenig abfällig genannt werden, rufen bei den meisten eher Belustigung hervor.



Das Zitat eines nach eigenen Worten „positiv angeheiterten“ jungen Mannes bringt den Dienstagabend auf den Punkt: „Angenehme Atmosphäre mit einem positiven Hintergrundrauschen des Sprachgemurmels.“

Ab 23 Uhr herrscht Aufbruchstimmung. Ob das nun an den Infoflyern liegt oder doch eher daran, dass es sich um einen Werktag handelt, sei dahingestellt. Ein Bilderbuch-Augustinerabend ohne besondere Vorkommnisse.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Heute ist natürlich keiner auf dem August, sondern alle bei der Weizenparty mit DJ Ralf im At. (Scherz)



Donnerstag, 4. Juni 2009

Es ist kalt, so dass sich nur wenige, frostresistente Menschen auf dem Platz einfinden. Die Stufen sind etwa zur Hälfte belegt. Ein paar Jungs mit, Überraschung, Gitarre, spielen leise Sting und man hat das Gefühl, dass man heute nicht lange verweilen mag auf dem zugigen August. Von studentischen Informanten ist nichts zu sehen. Trotzdem erheben sich die ersten um etwa 23 Uhr, um sich einen wärmeren Platz zu suchen.



Freitag, 5. Juni 2009

Trotz der frischen Brise und des Nieselregens hat sich ein stattliches Grüppchen versammelt. Es ist zwar nicht gerammelt voll, aber immerhin gibt es auf der Treppe um 23 Uhr kaum noch Sitzplätze. Ausgerüstet mit Regenschirmen und Getränken harren die Härtesten aus und verbringen einen friedlichen Abend.

Gegen Mitternacht gibt es eine unschöne Szene, als sich ein angetrunkener Augustgänger mit einem passierenden Autofahrer anlegt. Nach kurzer Aufregung beruhigt sich der Tumult. Der Platz leert sich langsam. Gegen halb eins regnet es immer stärker, man sucht Unterschlupf bei der Atrium-Passage.