Protest gegen Studiengebühren

Tobias Schächtele

Am Donnerstagabend versammelten sich Vertreter aller Freiburger Hochschulen im Audimax. Die große Mehrheit der 700 anwesenden Studenten stimmte einem erneuten Zahlungsboykott zu. Weitere Aktionen sind in Planung.



Anschließend zog eine Abordnung Studierender spontan zum Bertoldsbrunnen und skandierte die Parole: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“.


Wie bei früheren Boykotten werden die Beteiligten ihre Gebühren nicht an die Universität überweisen, sondern auf ein Treuhandkonto. Den ersten Stichtag für die Einzahlung wollen die Organisatoren kurz vor das Ende der Rückmeldefrist zum Sommersemester legen. Das Quorum (also die Teilnehmerzahl, ab der der Boykott für gültig erklärt wird) liegt bei 2300 Einzahlern. Der zweite Stichtag soll deutlich nach der Frist datiert sein, so dass den Verweigerern keine Exmatrikulation droht. Das Quorum ist auf 4000 festgelegt.

Die Kampagne „Gebührenfrei" soll jedoch mehr hervorbringen als nur Zahlungsboykotts. Studierendenvertreter der Uni, der Katholischen Fachhochschule, der Pädagogischen Hochschule und der Evangelischen Hochschule wollen im Wintersemester mit gemeinsamen Vorträgen, Straßentheater, Demos und anderen Aktionen öffentlichkeitswirksam auf die Gebührenproblematik hinweisen. Nach Christian Breher, EFH-Student und einer der Initiatoren der Kampagne, ist das Ziel der Kampagne auch, außeruniversitäre Gruppierungen für den Protest zu aktivieren.

Die Stimmen der Gegenseite zeigen sich verständnisvoll, aber kritisch. „Es ist das Recht der Studenten, sich zu äußern, zu artikulieren und zu protestieren", sagt beispielsweise PH-Rektor Ulrich Druwe. Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer hält dem Protest entgegen: "Um die Qualität des Studiums zu garantieren und verbessern zu können, gibt es derzeit keine Alternative zu den Studiengebühren."

Quelle:
Badische ZeitungMehr dazu: