Protest gegen KuCa-Schließung: PH-Studierende besetzen kurzzeitig den Bahnhof Littenweiler

Frank Zimmermann

Etwa 60 Studierende der Pädagogischen Hochschule haben am Dienstag große Teile des Bahnhofs Littenweiler besetzt. Sie protestierten damit gegen den geplanten Abriss des selbst verwalteten Kultur-Cafés "Kuca".



Gegen die Besetzung am Dienstag hatte die Hauseigentümerin Deutsche Bahn Strafantrag gestellt. Dies hat eine Räumung zur Folge. Die Studenten verließen dann aber von sich aus gegen 19:30 Uhr das Gebäude. Von zwei Verdächtigen, die aus dem Haus kamen, nahm die Polizei die Personalien auf. Gegen sie wird wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt.


Das "Kuca" ist auf einem benachbarten Gelände des Bahnhofs angesiedelt, wo die Stadt als Grundstückseigentümerin neu bauen will und deshalb den Mietvertrag auf Ende 2014 gekündigt hat. Die Besetzer wollen den leerstehenden Bahnhofstrakt als Ersatzstandort für das "Kuca" und die Büros der Studierendenvertretung.

Adäquater Ersatz für das "Kuca" und die dazugehörenden Büros der Studierendenvertretung Usta sei ihnen bislang nicht angeboten worden, schrieben die Besetzer in einer Pressemitteilung. Sie fordern die Stadt auf, den teilweise leer stehenden Bahnhof dem "Kuca" zur Verfügung zu stellen.

Die PH könne derzeit über einen möglichen Ersatzstandort nichts sagen, das Finanzministerium berechne gerade den Flächenbedarf der PH, sagte Rektor Ulrich Druwe. Erst dann könne er in Verhandlungen mit dem Land über Ersatzflächen und einen Neubau treten. Schon jetzt fehlten der PH aber 1500 Quadratmeter Fläche. Sein Ziel sei es, den Kuca-Betreibern und der Studierendenvertretung für die Zeit nach 2014 eine Zwischenlösung anzubieten mit der Perspektive, im Falle eines PH-Neubaus eine endgültige Lösung zu finden.



Wer derzeit wirklich der Eigentümer des Bahnhofs ist, darüber herrschte am Dienstag große Verwirrung. Die städtische Pressesprecherin Martina Schickle teilte mit, dass das Gebäude weiterhin der Deutsche Bahn gehöre. Polizeisprecherin Laura Riske bestätigte das.

Kurioserweise dementierte genau dies ein Sprecher der Bahn: Der Bahnhof gehöre mittlerweile der Bäckerei Heitzmann. Diese hatte den Bahnhof samt eines daneben stehenden Gebäudes, in dem sie ein Café betreibt, Ende 2012 für 1,1 Millionen Euro in einem Bieterverfahren von der Bahn erworben. Sehr zum Ärger der Stadt, die das Grundstück eigentlich erwerben wollte, um das Gelände zwischen Bahnhof und PH neu entwickeln zu können, und die vom Bieterverfahren nur durch Zufall erfahren hatte.

Um das Areal doch noch zu bekommen, verabschiedete der Gemeinderat auf die Schnelle eine Vorkaufssatzung. Damit kann die Stadt das Areal doch noch von der Bahn kaufen. Dies ist aber noch nicht geschehen, da Uneinigkeit über den Preis herrscht.

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  [Fotos: Michael Bamberger]