Prorektor Schanz: Besetzer sollen das Audimax räumen

Nadine Paulus & Marc Schätzle

Prorektor Heiner Schanz hat heute erstmals im Namen der Uni Freiburg Stellung genommen zu den Forderungen der protestierenden Studenten. Außerdem forderte er die Uni-Besetzer dazu auf, zur "konstruktiven Diskussion" zurückzukehren. [mit Video]



Die Leitung der Uni Freiburg hat heute eine 32 Seiten lange Stellungnahme zu den Forderungen präsentiert, die Hans-Jochen Schiewer vor zwei Wochen von demonstrierenden Studenten erhalten hatte. Die Stellungnahme sei allerdings noch nicht vollständig, bedauerte Prorektor Heiner Schanz. An einer Position zu acht weiteren Forderungen, die erst gestern beim Rektorat eingegangen sind, werde noch gearbeitet.


Was den Inhalt der Stellungnahme angeht, gebe es einige Punkte, in denen das Rektorat den Studierenden entgegenkommen möchte, sagte Schanz. So werde man beispielsweise den Senat um die Zulassung einer legitimierten Studierendenschaft bitten. Auch bei der Frage der Studienorganisation sei das Rektorat jederzeit zu einer Zusammenarbeit mit den Studierenden bereit, betonte Schanz. Einige Forderungen, die eher auf politische Positionen abzielten, seien dagegen von der Unileitung nicht umsetzbar. Auch die Forderung nach der Abschaffung von Studiengebühren sei - zumindest vorerst - nicht erfüllbar. "Es gäbe keinen Grund, Studiengebühren zu verlangen, wenn alternative Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden wären", so Schanz. Da diese aber bislang fehlten, müsse das Ziel sein, ein gutes Stipendiensystem zu erarbeiten.

Der Prorektor betonte weiterhin, dass der Dialog zwischen Unileitung und Studierenden in Zukunft innerhalb der legitimierten Gremien stattfinden solle. Die Druckausübung der Unibesetzer bezeichnete er als inakzeptabel. Im Vordergrund stehen solle das Erreichen der Ziele und nicht Symbolik und Aktionismus. Dem Rektorat sei daher nun daran gelegen, den Druck aus der Diskussion herauszunehmen und eine Möglichkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit zu schaffen. "Wir haben die Studierenden explizit darauf hingewiesen, dass die Besetzung von Uniräumen keine harmlose Form des Protests ist", so Schanz.

Die Unilleitung habe die Besetzung des Audimax toleriert, so lange sie den Studierenden dazu diente, ihre Forderungen zu formulieren. In der Stellungnahme fordert die Unileitung die Besetzer daher dazu auf, das Audimax unverzüglich zu räumen. Eine Deadline für die Räumung wollte Schanz aber nicht setzen. Das Rektorat wolle jegliche Provokation vermeiden und stattdessen an die Vernunft der Besetzer appellieren. "Dass es in Freiburg bisher so gut lief, hat auch mit der guten Kooperation der Studierenden zu tun", sagte der Prorektor. Man habe ohne Störung im Audimax sprechen können und Absprachen seien eingehalten worden. Er betonte, dass das Rektorat weiterhin bereit sei, den Studierenden geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, um die inhaltliche Diskussion fortzuführen.

Video: Prorektor Schanz zu den Forderungen der Studenten (2:03 Min.)