Keine Zwischennutzung

Projekt Stadttunnel: Abriss eines Hauses in der Schwarzwaldstraße beginnt

BZ-Redaktion

Als Vorgriff auf den Bau des Stadttunnels beginnt nächste Woche der Abriss des Gebäudes Schwarzwaldstraße 31. Eine Zwischennutzung kommt aus Kostengründen nicht in Frage.

Das marode Haus muss in den nächsten Jahren ohnehin dem geplanten Stadttunnel weichen. Die Stadtverwaltung hat geprüft, ob das leer stehende Gebäude vorübergehend genutzt werde könnte. Der Ergebnis dieser Prüfung war, dass eine Zwischennutzung aus Kostengründen nicht in Frage kommt.


Vor sieben Jahren musste die Schwarzwaldstraße 31 wegen ihres baulich schlechten Zustandes außer Betrieb genommen werden. Zuvor hatte es unterschiedlichste Nutzungen gegeben, zuletzt durch einen Second-Hand-Kleiderladen im Erdgeschoss. Das Ober- und Dachgeschoss, in dem das damalige Amt für Wohnraumversorgung einst Unterkünfte betrieb, war da bereits verwaist.

Statik mangelhaft

Aus Sicherheitsgründen ließ das städtische Gebäudemanagement (GMF) 2012 alle Versorgungsleitungen zurückbauen und die Gebäudehülle sichern. Seither stand das Gebäude leer, während das GMF Überlegungen prüfte, es mit dem Mittelteil des Dreier-Ensembles Schwarzwaldstraße 29 – in dem sich der Essenstreff befindet –, 29a und 31 als Wohnheim wieder nutzbar zu machen.

Dieses ambitionierte Ansinnen hatte, wie die Stadtverwaltung nun mitteilt, von Anfang an mit Widrigkeiten zu kämpfen. Die die Statik des Mittelteils sei mangelhaft, und die Restriktionen, die sich aus der Kubatur ergaben, ließen Aufwand und Ergebnis auseinanderdriften".

Noch vor der abschließenden Entscheidung brannte im Jahr 2015 der Mittelteil des Ensembles, die Nummer 29a, vollständig aus. Die Überreste waren einsturzgefährdet und mussten, samt Teilsperrung der B 31, über Nacht abgebrochen werden.

Zeitgleich schritten die Planungen zum Bau des Stadttunnels voran und es zeichnete sich ab, dass die Trassenführung mittelfristig zum Abriss von Haus 31 führen würde. Eine aufwändige Sanierung des nun alleinstehenden Ensembleteiles war damit obsolet geworden.

Abriss über Nacht nach dem Brand

Mit Blick auf den hohen Wohndruck hat die Verwaltung in diesem Juli dennoch geprüft, ob eine vorübergehende Wiederinbetriebnahme möglich wäre. Doch das Ergebnis ist ernüchternd: Mit mindestens 1,5 Millionen Euro wäre die Sanierung für die Zeit bis zum Tunnelbau viel zu teuer.

Seit dieses Ergebnis vorliegt, ist auch eine vorübergehende Nutzung von Haus 31, etwa als Club-Location, abschließend ausgeschlossen. Mit Blick auf die jährlich entstehenden Leerstands- und Sicherungskosten für die Gebäudehülle (zuletzt mussten Teile des Zinnentürmchens stabilisiert werden) hat die Verwaltung nun den vorzeitigen Abriss beschlossen.

Auch das Haus Nummer 29 mit dem Essenstreff muss dem Stadttunnel weichen, erklärt Rathaussprecher Toni Klein. Dieses Gebäude wird jedoch erst direkt vor Beginn der Bauarbeiten abgerissen.

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