Project X: Stadt verbietet Facebook-Party am Opfinger See

Manuel Lorenz

Über 2500 Facebook-Nutzer hatten ihre Teilnahme an der Facebook-Party 'Project X Opfinger Baggersee' bestätigt. In gut einer Woche sollte sie steigen. Heute hat die Stadt nicht nur die Veranstaltung verboten - sondern auch, sich in einem bestimmten Zeitraum überhaupt am Opfinger See aufzuhalten.

Es sollte eine Riesensause werden, unbürokratisch und improvisiert über Facebook organisiert, am Samstag, 4. August, am Opfinger See. Aber daraus wird jetzt nichts. Die Stadt Freiburg hat die Project-X-Party untersagt - und zwar nicht nur am Opfinger See, sondern im gesamten Stadtgebiet. Darüber hinaus hat sie ganz allgemein verboten, zwischen jenem Samstag, 18 Uhr und dem darauffolgenden Sonntag, 5 Uhr den Uferbereich des Opfinger Sees zu betreten - auch wenn man dort nicht feiern, sondern einfach nur baden will. Außerdem untersagt sie das Mitführen und Benutzen von Glasbehältnissen in jenem Zeitraum und Gebiet. Ausgenommen von der Verfügung ist eine Gruppe, die an jenem Wochenende die Opfinger Hütte gemietet hat.


"Das Risiko ist zu groß"

Dass der unbescholtene Bürger dafür bestraft wird, dass ein unbedarfter 17-Jähriger sich einen Dummejungenstreich erlaubt hat, sieht auch die Polizei als problematisch an. Aber: "Wir haben keine andere Möglichkeit, es sind zu viele Rechtsgüter betroffen. Zum Beispiel das Naturschutzgesetz, das Waldgesetz, das Müll- und Entsorgungsgesetz. Die Party ist möglicherweise nicht kontrollierbar. Wir können für die Sicherheit und Ordnung nicht Sorge tragen. Das Risiko ist zu groß", sagt Mirko Steffl, Pressesprecher der Freiburger Polizei. Wie viele Polizisten vor Ort sein werden, um die Verbote durchzusetzen und die Party zu verhindern, will Steffl im Vorfeld nicht verraten. Nur so viel: "Wir werden für ausreichende Kapazitäten sorgen."


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Auch hat die Polizei Info-Flyer entworfen, die sie vor Ort all jenen in die Hand drückt, die aufs Gelände wollen. Darauf stehen die Verfügung und die Maßnahmen. Und sie hat die temporäre Facebook-Seite 'Polizeidirektion Freiburg' eingerichtet, auf der sie ab Samstag mit den Facebook-Nutzern und also potentiellen Partygängern kommunizieren will.

"Uns ist wichtig, im Vorfeld aufzuklären", sagt Steffl. "Unsere Botschaft lautet: Macht euch nicht die Mühe, in jenem Zeitraum zum Opfinger See zu kommen. Es lohnt sich nicht. Es gibt spaßigere Arten, sein Wochenende zu verbringen, als in Polizeikontrollen zu geraten oder Bußgelder zu zahlen. Das Partygelände wird gesperrt sein. Dreck, Lärm und Ärger sind auch in diesem Fall nicht cool." Nach dem betreffenden Wochenende wird die Polizei die Facebook-Seite erst einmal wieder offline stellen.

"FINDET NED STATT!"

Den 17-Jährigen, der die Facebook-Veranstaltung vor drei Wochen erstellt hatte, hat die Polizei mittlerweile erreicht - zuerst per Telefon, dann persönlich. Am Freitag fand er sich mit einem Erziehungsberechtigten auf dem Revier ein, wo man ihm noch einmal die Konsequenzen einer eventuellen Großparty am Opfinger See vor Augen hielt und ihn aufforderte, die Veranstaltung abzusagen. "Er war einsichtig", sagt Polizeisprecher Steffl. Und Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadt, fügt hinzu: "Er weiß, woran er ist."

Wer auf Facebook zur Project-X-Party eingeladen worden ist, hat immer noch Zugriff auf die Veranstaltungs-Seite. Dort hat vor einer Woche jemand die Frage gestellt: "ja was jetzt ist die party oder nicht ???" Am Montag gab der Veranstalter indirekt die Antwort: "An alle hübscche mädels ich wurd euch nich empfehlen dor thin zugehn die cops kommen war heute bei dene und der da hin geht bekommt anzeige und co ;) also bleibt lieber zuhause oder so." Und in der Veranstaltungs-Beschreiung steht: "FINDET NED STATT!"

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[Bild: Screenshot/Montage]