Project Freiburg: Das steckt hinter der geheimen Project-X-Party

Daniel Laufer

"Die größte Hausparty der Region", verspricht die Facebook-Veranstaltung für den Sommer 2015. Mehr als 2.000 Gäste haben bis zum Freitagmittag bereits zugesagt. Was dahinter steckt - und vor allem wer:



"Die größte Hausparty im Breisgau/Schwarzwald", verspricht die Facebook-Ankündigung - außerdem "Red Cups" wie in amerikanischen Teenie-Filmen, Trinkspiele und natürlich "ein echtes großes Haus!" an einer "geheimen Location". Auf Facebook verbreitet sich die Veranstaltung "Project Freiburg" wie im Nu - rund 2.000 Menschen haben bis zum Freitagmittag bereits zugesagt, knapp 5.000 sind schon eingeladen. Es soll eine Party werden wie im US-Film "Project X", der 2012 in die Kinos kam.


Dessen Plot: Drei Highschool-Loser wollen eine Party schmeißen, im Elternhaus des einen. Also laden sie ein paar Freunde ein und die wiederum ein paar ihrer Freunde, am Ende kommen rund 2.000 Gäste und die Polizei. Das Ergebnis: große Zerstörung in der gesamten Nachbarschaft.

Seitdem haben Nachahmer immer wieder versucht, ähnliche Partys zu organisieren, oft über Facebook, mit Masseneinladungen. Immer wieder musste die Polizei einschreiten. Im August 2012 unterband auch die Stadt Freiburg so eine Riesenparty - am Opfinger Baggersee. Eine Weile war Ruhe, jetzt scheint es einen weiteren Hype um diese "Project-X-Partys" zu geben. Für den 30. Mai 2015 sind nun auf Facebook eine Reihe neuer aufgetaucht, in München und in anderen Großsstädten - am Donnerstagabend eben auch "Project Freiburg".

Bislang ist allerdings so gut wie nichts über diese Party bekannt - noch nicht einmal, ob sie überhaupt stattfinden wird. Das nämlich will der Veranstalter von der "Resonanz im Raum Freiburg" abhängig machen, teilt er auf Anfrage mit. Wo sich das "echte große Haus" dann befinden wird, hänge von der Anzahl der Gäste ab - man rechne allerdings mit mehreren tausend Besuchern. Eventuell könne sich auch der Termin noch mal ändern. Immerhin: Die Organisatoren stehen nach eigener Aussage schon im Kontakt mit Freiburger DJs. Die sollen Elektro und Hip-Hop auflegen.

Sind Furtwangener Studierende der Veranstalter?

Das große Rätsel - mit dem diese Party stehen und fallen dürfte - ist der Veranstalter, denn: Um wen es sich dabei handelt, ist unklar. Mit den Veranstaltern in den anderen Städten habe er nichts zu tun, namentlich wolle er vorerst aber nicht genannt werden, schreibt er in einer Facebook-Nachricht, ergänzt dann: Es handele sich um eine kleine Gruppe Studierender, auch eine Event-Agentur stecke dahinter. "Unser gesamtes Team besteht aus 10 bis 15 Leuten, je nach Größe der Veranstaltung. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir ein Event mit über 1.000 Besuchern veranstalten."

Nach fudder-Recherchen könnte der Veranstalter aus dem Umfeld des Furtwangener XXX-Kollektivs kommen. Es wurde im Frühjahr 2014 gegründet und hat hauptsächlich Partys für Studierende veranstaltet - in Furtwangen. Außerdem organisierte XXX zwei größere Partys am Staudamm im Linachtal. Im Oktober spielten dort beim "Waldtraum-Festival" immerhin DJ-Größen wie Monkey Safari oder FlicFlac.

Fragt man den anonymen Veranstalter nun nach dem XXX-Kollektiv, bestreitet er eine Verbindung - merkt aber an: "Die Arbeiten und das Auftreten des XXX-Kollektivs beeindrucken uns sehr und wir lassen uns gerne von ihnen inspirieren. Sie könnten sich gerne melden, wenn sie an einer Kooperation interessiert wären." Für eine Stellungnahme war XXX noch nicht zu erreichen, auf seiner Facebook-Seite schreibt das Kollektiv aber: "Wir sind so mystisch wie unsere Marke selbst." Man könnte sich jetzt seinen Teil denken.

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[Foto: Veranstalter]