PressPlay

Profifußballerinnen aus Baden und Basel vloggen auf Youtube über ihren Trainingsalltag

Tamara Keller

Der Vlog "Together #WePlayStrong" gibt auf Youtube Einblicke in den Alltag von Profifußballerinnen. Auch Laura Feiersinger vom badischen SC Sand und Eunice Beckmann vom FC Basel sind dabei. Sie wollen jungen Mädchen Vorbilder sein.

Ein Tennisball und einen Stock, mehr braucht Laura Feiersinger nicht, um sich auf ein Spiel oder Training vorzubereiten. Behutsam macht die 24-jährige Fußballerin vom badischen SC Sand ihre Übungen vor: "Vor vier Jahren habe ich mir das Bein gebrochen. Seit dem ist mein rechtes Bein etwas kürzer als mein Linkes. Deshalb muss ich sicher gehen, dass meine Hüfte gerade ist und dass sich mein Fußgelenk gut bewegen lässt. Es ist nicht mehr dasselbe, wie vor meiner Verletzung", sagt sie auf Englisch in die Kamera.


"Press Play" heißt der Vlog – Videotagebücher im Internet – der zu der Uefa-Initiative Together #WePlayStrong gehört. Die Webserie gibt auf Youtube Einblicke in den Alltag von vier Profifußballerinnen: Laura Feiersinger vom SC Sand, Eunice Beckmann vom FC Basel, Sarah Zadrazil von Turbine Potsdam und Lisa Evans von Arsenal London berichten hier über Training, Spieltagsroutine, Ernährung und wie sie sich fit halten. Seit Mitte Januar wird jede Woche eine neue Episode hochgeladen. Die erste Folge hat 698.381 Aufrufe (Stand: 21. März), die darauffolgenden sind alle kurz davor die 300.000 zu knacken.

Vlog 1: PressPlay



Mit einem "Goooooood mooooorning, chaaampions!" grüßt die 25-jährige Eunice Beckmann in die Kamera. Sie zeigt sich beim Großeinkauf im Weiler Rheincenter, krank im Bett oder beim Tanzen in der Küche zu Michael Jacksons "Billy Jean", während sie Protein-Pancakes macht und den Zuschauern ihr Rezept verrät. Wenn sie sich filmt, sind die Aufnahmen – wie bei den anderen drei Spielerinnen – mal verwackelt, der Wind bläst ins Mikrofon oder sie rückt aus dem Fokus. Die Unprofessionalität verleiht der Serie Authentizität. Jeder sieht: Das ist echt. Egal, ob Physiotherapie oder Kabinenparty.

"Als ich klein war, dachte ich, ich wäre das einzige Mädchen, dass Fußball spielt. Einfach weil ich keine anderen Mädchen kannte die in einem Jungsteam spielen," sagt Beckmann. Das möchte die Uefa für junge Mädchen jetzt ändern: Die Together #WePlayStrong-Initiative beruht auf einer Studie, die gemeinsam mit der Universität Birmingham durchgeführt wurde. Über 4000 Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren wurden dafür befragt. Das Ergebnis zeigt, dass Mädchen, die im Teenager-Alter Fußball spielen, mehr Selbstvertrauen haben als Mädchen, die keinen Sport treiben.

Weibliche Vorbilder für junge Mädchen

Auch im Vergleich zu anderen Sportarten trauen sich Frauen, die Fußball spielen, mehr zu. Die Kampagne wird auch von Botschaftern aus der Welt des Sports wie zum Beispiel der Uefa Frauenfußball-Botschafterin und Weltfußballerin von 2014, Nadine Keßler, unterstützt. Die Serie "Press Play" soll dazu dienen, mögliche weibliche Vorbilder für junge Mädchen bekannter zu machen. "Was waren deine größten Schwierigkeiten? Bist du jemals diskriminiert worden, weil du Fußball spielst? Wie kamst du zum Fußball? Welchen Rat würdest du jemandem geben, der professionell spielen will?", lauten die Fragen, die den Spielerinnen in den Kommentarspalten von Zuschauern gestellt werden und die sie beantworten.

Beckmann, Feiersinger und Evans kennen sich noch von ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Bayern. Manchmal werden einzelne Spielergeschichten verknüpft: So trafen Feiersinger und Zadrazil, die beide für die österreichische Nationalmannschaft spielen, beim Zypern-Cup aufeinander. Sie sitzen auf ihrem Bett und haben einen Lachanfall. Mit einer Wasserflasche als Mikrofon interviewen sie sich gegenseitig. Als es um die Wichtigkeit ihres Sports geht werden sie ernst: "Frauenfußball funktioniert anders als der Sport der Männer. Aber Frauenfußball ist gleichermaßen wichtig und attraktiv."
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