Premiere des Facebookfilms: Wie war's?

Maria-Xenia Hardt

Im Freiburger Cinemaxx hat man sich gestern Abend erstmals "The Social Network" ansehen können, den Film über den Facebookgründer Mark Zuckerberg. Auch wir haben uns ein Urteil gebildet und die Besucher nach der Vorstellung gefragt, wie sie den Film fanden.



Handlung

Man hat sich daran gewöhnt einfach alles auf facebook zu finden: Wer wann ins Bett geht, wer heiratet und wer sich wieder scheiden lässt.

Dass es Sony untersagt wurde, auf Facebook für den neuen Film „The Social Network“ eine Seite zu schalten, auf der Abermillionen von Nutzer dann „gefällt mir“ klicken können, überrascht trotzdem nicht, schließlich zeichnet der Film kein besonders schmeichelhaftes Bild des facebook- Erfinders Mark Zuckerberg.

Es ist ein Drama des 21. Jahrhunderts, das doch ganz klassisch beginnt: mit einem gebrochenen Herz und gekränktem Stolz. Nach dem verheerenden Ende seiner Beziehung mit Erica (Rooney Mara) setzt Mark (Jesse Eisenberg) sich mit einem Sixpack Bier vor den Computer, hackt sich innerhalb kürzester Zeit in die Server mehrerer Wohnheime ein und entwirft eine Website, auf der jeder den Sexappeal von Harvard-Studentinnen bewerten kann. So zieht er zwar die Verachtung zahlreicher Kommilitoninnen auf sich, aber auch die Aufmerksamkeit der Ruderhelden Cameron und Tyler Winklevoss. Sie werben ihn für den Aufbau ihrer neuen Website ConnectU.

Mark sucht daraufhin seinen einzigen Freund Eduardo Saverin (Andrew Garfield) auf und teilt ihm mit: „Ich glaube, ich habe eine geniale Idee.“ Er beginnt zu programmieren, nicht für die Winkelvoss-Zwillinge, sondern für seine eigene Vision von einer Seite, auf der Menschen „das soziale Erlebnis online stellen“: thefacebook.com. Innerhalb kurzer Zeit vernetzten sich die Stundenten in Harvard und bald auch an anderen Universitäten auf Zuckerbergs Seite, „facebook me“ wird zum geflügelten Wort. Die Zwillinge wittern den Diebstahl ihrer Idee und ziehen vor Gericht.

Immer wieder springt Regisseur David Fincher infolgedessen mühelos zwischen Rechtsstreit und Gründerzeit. Hier muss sich Mark dem Vorwurf stellen, Gedankengut gestohlen zu haben, dort sprengt facebook erst Campus- dann Staatsgrenzen und Marks Vorstellungskraft.



Sean Parker (Justin Timberlake), ehemals napster-Mitbegründer, versucht ihm die Dimension, die das soziale Netz annimmt, zu verdeutlichen: „Eine Million Dollar ist nicht cool. Weißt du, was cool ist? Eine Milliarde Dollar!“ Er rät das „the“ zu streichen und die Webseite einfach nur „facebook.com“ zu nennen. Eine Botschaft an die Zuschauer hat er auch noch in petto: „Privatleben ist ein Relikt vergangener Zeiten.“

„The Social Network“ ist die Geschichte eines weltweiten Siegeszuges, eine Geschichte über Ehrgeiz, Besessenheit und das Ende einer Freundschaft.

Mittendrin steht Mark Zuckerberg, dessen soziale Intelligenz weit hinter seiner Programmierkunst zurückhinkt. Der zur Anhörung des Verwaltungsrats in Adiletten erscheint. Der die Frage der Gegenpartei, ob er geistig voll anwesend sei, verneint: „Ich bin gedanklich in meinem Büro, wo meine Leute Dinge umsetzen, zu denen niemand in diesem Raum – vor allem nicht Ihre Mandaten – intellektuell oder kreativ in der Lage sind.“

Ein arroganter Einzelgänger, ein Egomane, ein verlorener Held. Am Ende ist er milliardenschwer, aber muss sich von Eduardo sagen lassen: „Ich war dein einziger Freund. Du hattest einen Freund.“

Fazit

Der Film glänzt mit Dramatik, Witz und brillanten Darstellern.

Das Urteil darüber, ob Mark Zuckerberg die Idee zu facebook nun geklaut hat oder nicht, ist dem Zuschauer ebenso überlassen wie die Entscheidung, ob die Millionenzahlungen an Eduardo und die Winklevoos-Brüder als ein Freikauf bewertet werden muss.

Für Mark, so suggeriert es die Schlussszene, ist das unerheblich. Er sitzt vor dem Laptop und wartet darauf, dass die Information „Freundschaftsanfrage ausstehend“ auf Ericas Profil verschwindet.



Zuschauerstimmen

Jens (oben, 32): "Ein sehr gelungener Film! Meine Einstellung zu Facebook hat sich nicht geändert, die zu Mark Zuckerberg schon – er wird ja schon als böse dargstellt, gleichzeitig aber auch als etwas hilflos."

Jörg (30): "Die Geschichte ist sehr gut umgesetzt, auch wenn man im Hinterkopf haben muss, dass die Charaktere zum Teil Fiktion sind, gerade Mark Zuckerberg – sozial unfähig, aber hochintelligent."



Anna (24): "Der Film ist sehr gut, aber man sollte ihn nicht für bare Münze nehmen, sondern einfach als hervorragende Unterhaltung betrachten."

The Social Network: Trailer

Quelle: YouTube

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The Social Network: Website & imdB

Der Film wird ab Donnerstag, 7. Oktober 2010, in Freiburger Cinemaxx zu sehen sein.

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