Präpäpstliche Geschäftigkeit auf der KaJo

Friederike Günter

Noch mal schnell die Schaufensterscheiben geputzt, die zwei großen Transporter an den richtigen Platz dirigiert, Gerüste aufgebaut, die besten Kamerastandorte diskutiert und alle Beteiligten an die richtigen Orte geschickte. Der Papst kommt und da soll alles perfekt sein.



Kurz vor 8 Uhr in der Innenstadt. Schon auf der Salzstraße, sieht man sie, die grell orange T-Shirts, die eine Gruppe sichtlich aufgeregter Mädchen trägt. Auf ihren Rücken steht in großen weißen Buchstaben Helfer-in. Einige stehen direkt neben dem Bertoldsbrunnen. Nur noch zwei Meter große Lücken auf der linken und rechten Seite liegen zwischen den Absperrungen, die vom Martinstor zum Siegesdenkmal die komplette Straße absperren.

„Wir sind gerade angekommen“, sagt einer der jungen Helferinnen. Die Nervosität ist allen anzusehen. Einige von Ihnen holen noch schnell was vom Bäcker. Ihr Leiter, ein älterer Herr mit Schnauzer und natürlich ebenfalls in orange, kommt auf sie zu. „Ihr steht unten beim Siegesdenkmal? Dann geht mal los.“ Sofort setzt sich die Gruppe in Bewegung.

Es wird lauter, zwei Lastwagen fahren vor und werden von einer hektischen Frau mit einem Kopfhörer im Ohr angehalten. Sie spricht in ihr Funkgerät, dann winkt sie den beiden Lastwagenfahrern zu, ihr zu folgen. Im Entenmarsch geht es die letzten Meter die Kajo hinunter, neben den Bertoldsbrunnen. Den Fahrzeugen wird ein genauer Platz zugewiesen. Heute hat hier alles seine Ordnung. Im Laderaum sind weitere Absperrungen, die dann wohl den letzten Teil der Straße dicht machen werden.



Neben den Wägen steht schon ein Podest, an dem drei Männer werkeln. Mit Zigaretten in den Mundwinkeln geklemmt, lassen sich diese Handwerker von der nervösen Stimmung nicht anstecken und schrauben in aller Ruhe die Konstruktion fest. Auf der anderen Seite steht auch schon so ein Podest, davor zwei Reporter. „Ja, aber da steht das im Weg.“ Die Frau zeigt auf den Brunnen und ihr Kollege nickt. Sie schauen die Straße hinunter. „Das haben wir ja schon besprochen“, sagt er dann. Sie gehen um das Podest herum und überlegen weiter. An der Burse putzt jemand noch schnell die Fenster. Immer wieder kommen Reporter mit beeindruckend großen Objektiven an ihren Kameras vorbei.

Und an jeder Ecke steht mindestens ein Handvoll Polizisten. Noch haben sie nichts zu tun, aber sie haben nichts von der Ruhe der Handwerker. Etwas steif stehen sie meist da, die Hände verschränkt oder an der Hüfte und ihre Blicke suchen die Straße ab. Ein Beamter führt eine Mutter mit Kind die Straße hinunter. Nur vereinzelt kommen hier noch Leute vorbei, die nichts mit dem Papst-Besuch zu tun haben. Und die rennen dann schon fast über die Kajo. Bloß weg hier.

Noch eine letzte Radfahrerin hält vor der Absperrung an und greift sofort nach ihrem Handy. Auf wen immer sie wartet, sie will hier weg. Ihr Blick geht zu den Bauarbeitern, auf die Absperrungen, dann zu den vielen Polizisten, dann wieder auf ihr Handy. Als sie endlich ihren Bekannten sieht, lächelt sie erleichtert und die beiden ziehen schnell ab.

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