Postkartenidyll (2)

David Weigend

Wir haben die Kategorie "Schlechte Stube" in "Postkartenidylle" umgewandelt, weil wir in Zukunft neben Bausünden auch mal Lobenswertes aus dem Stadtbild kommentieren wollen. In Folge zwo gibt's mit dem Siegesdenkmalrestaurant Firenze / Toskana aber noch mal eine Stube, deren Fassade wohl keinen Architekturpreis gewinnen wird (Danke für den Tipp, Peter).



Breit könnte man darüber diskutieren, welches nun die häßlichere der beiden Pizzerien ist, Firenze oder Toscana. Für Firenze spricht der mit der Brechstange bemühte internationale Flair, den die trüben acht Fähnlein an der Eingangsfront rüberbringen sollen. Erinnert an Tourifallen bzw. Souvenirkiosk am Rheinfall.


"Die" Toscana dagegen punktet mit diskretem Puffcharme, zumindest bei der Fassade. Jalousien rauf, Jalousien runter, immer was los. Weiterer Pluspunkt im Eingangsbereich von Firenze: Der tausendmal gesehene Dekokoch mit einem chiantigetränkten Lyrikexperiment auf der Tafel: "Aller guten Dinge im Leben sind drei: Essen - Trinken und im Firenze zu sein". Kaum zu toppen.

Höchstens vom burlesken Logoschild neben der Toskanatür. Da dampft schon die Minestrone im Piktogramm und macht Lust auf weniger. Übrigens haben wir gegen die Speisen im Inneren der Doppelpizzeria nichts einzuwenden. Die Redaktionsfavoriten: Pizza Jäger Art (Nr. 24, mit Speck, Pfifferlingen und so weiter) sowie der Klassiker Pizza Strammer Max (Nr.12 und auch bei großem Hunger kaum zu schaffen). Unschlagbar in beiden Lokalen: die fast schon mafiöse Freundlichkeit der Kellner. Bis bald im Firenze!