Postareal oder Messe: Stadt will Public Viewing zur WM 2014

Joachim Röderer

Die deutsche Nationalelf hat sich für die Fußballweltmeisterschaft qualifiziert, die im Juni und Juli 2014 in Brasilien ausgetragen wird. In Freiburg soll es wieder die Möglichkeit zum Fußball-Gemeinschaftserlebnis im XXL-Format geben.



Die Stadt würde gerne Public Viewing ermöglichen, sagt der Erste Bürgermeister Otto Neideck. Zwei Standorte werden gerade geprüft: das Messegelände und das alte Postareal an der Heinrich-von-Stephan-Straße. Mögliche Veranstalter rechnen aber noch, ob sich wegen späten Anstoßzeiten das Public Viewing überhaupt lohnt.


Public Viewing hat sich in Freiburg bei den zurückliegenden Weltmeisterschaften etabliert: Beim Sommermärchen 2006 und bei der WM 2010 versammelten sich pro Match bis zu 10000 Fußballfans im Eschholzpark im Stühlinger. Für das Fußball-Ereignis in Brasilien – das ist schon lange klar – muss wegen Anwohnerprotesten ein neuer Standort fürs Public Viewing gesucht werden.

Das Problem ist: Wegen der Zeitverschiebung werden Spiele um 18 Uhr, 21 Uhr und 24 Uhr deutscher Zeit angepfiffen. Dass es wieder das Gemeinschaftserlebnis geben soll, will auch die Stadtverwaltung, sagt Bürgermeister Neideck: „Unser Ziel ist es, Public Viewing zu ermöglichen – entweder auf der Messe oder auf dem alten Postareal, beide Standorte werden derzeit geprüft.“ Es gehe hier vor allem um Lärmemissionen. Und es geht auch um die Rahmenbedingungen. Die Stadtverwaltung habe deswegen beim Land Baden-Württemberg angefragt, ob wieder – wie etwa bei der WM 2006 – für die vier Turnierwochen die Sperrzeiten außer Kraft gesetzt seien. Das sei eine wichtige Frage – nicht nur für das Public Viewing, sondern auch für die Gastronomie.
Auch in den Lokalen der Stadt haben bei den vergangenen Fußballgroßereignissen immer viele tausend Fans die Spiele angesehen. Eine Antwort aus Stuttgart zu den Sperrzeiten steht noch aus.

Großevent nur für dieSpiele der deutschen Elf?

Auch die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe unterstützt das Public Viewing. „Wir haben Interessenten, auch wenn die nicht mehr so Schlange stehen wie früher“, sagt FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann. Insgesamt seien bundesweit die Zahlen im Vergleich zum Höhepunkt der WM-Euphorie im Jahr 2006 zurückgegangen. Dennoch: Die FWTM hat das Messegelände für die WM-Wochen frei gehalten.

Es gibt zwei Varianten: Möglich sei es, die Spiele auf dem Freigelände zu übertragen – oder eben in einer Messehalle drinnen. „Das wäre für den Veranstalter aber teurer“, so Dallmann. Nun müsse man aber erst einmal abwarten, was die Prüfung des Alternativstandorts an der Heinrich-von-Stephan-Straße ergebe. Das ehemalige Postareal, das auf die Bebauung wartet, liegt an der Bahnhofsachse, damit relativ zentral und ist auch sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Als möglicher Anwärter auf die Ausrichtung des Public Viewings in Freiburg gilt die Bellini GmbH. Bellini-Chef Markus Rogg freut sich, dass sich die Stadt für das Thema öffnet: „Wir wollen auch, aber es muss sich auch rechnen“,  schränkt Rogg ein. Noch sei man am Kalkulieren. Es gebe noch keine Entscheidung, ob man den Hut in den Ring werfe. „Es ist auch möglich, dass man nur für die Deutschland-Spiele Public Viewing anbietet – aber man muss dann eben den ganzen Apparat vorhalten“, so Rogg.

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