Post-Punk Lesung: Simon Reynolds im Swamp

Carolin Buchheim

Johnny Rotten fragte beim letzten Konzert der Sex Pistols spöttisch ins Publikum "Schon mal das Gefühl gehabt, verarscht worden zu sein?" und brachte damit die Desillusionierung der Protagonisten und Fans des Punk zum Ausdruck. Über das, was nach dem Punk kam, hat der Musikjournalist Simon Reynolds ein Buch geschrieben: "Rip it up and start again". Morgen Abend liest er im Swamp.

In "Rip it up and start again - Schmeiß alles hin und fang neu an" stellt Reynolds auf rund 600 Seiten die Bands und Musiker vor, die nach dem Ende des Punk alles hinwarfen und neu anfingen: Das sind so unterschiedliche Bands wie Public Image Limited, The Buzzcocks, Devo, Pere Ubu, Scritti Politti, Joy Division, Wire, Talking Heads, The Fall, Robert Wyatt, Cabaret Voltaire, The Human League, ABC, Art Of Noise und Frankie Goes To Hollywood.


Parallel zur Musik, die im Gegensatz zum Punk mit Kunst und Literatur verknüpft war, entstand die Do-it-Yourself-Kultur: Kollaborationen, Sampler und Fanzines und ein Netzwerk aus unabhängigen Studios, Labels und Vertrieben entstanden. Simon Reynolds behauptet daher: Das Versprechen von Punk wurde erst im Postpunk eingelöst. Doch auch einem neuen Begriff von Pop wurde der Weg geebnet. Bands, die einst in der Absicht angetreten waren, das kommerzielle System von innen zu verändern, gingen im Mainstream auf, und der Erfolg ließ ihre Träume platzen.

Ein spannendes Buch zu einem spannenden Thema, das einen ebso spannenden Abend im Swamp verspricht.



Personalien

Simon Reynolds, 1963 in London geboren, war von 1986 bis 1990 Redakteur der englischen Musikzeitschrift Melody Maker. Ein Buch mit seinen Texten aus jener Zeit erschien 1990 unter dem Titel "Blissed Out: The Raptures of Rock". Seit 1994 lebt Reynolds im East Village in Manhattan. Er schreibt für Zeitungen und Zeitschriften wie New York Times, Village Voice, Spin, The Guardian, Rolling Stone, The Observer, Artforum, The Wire und Uncut. 1995 erschien das Buch "The Sex Revolts: Gender, Rebellion & Rock’n’Roll", das er zusammen mit seiner Frau Joy Press schrieb; 1998 folgte "Generation Ecstasy: Into the World of Techno and Rave Culture in America". Seit Ende 2002 betreibt Reynolds das Blissblog.

Mehr dazu:

Was: Lesung Simon Reynolds
Wann: Samstag, 19. Januar 2008, 21 Uhr
Wo: Swamp