Post-Hippie-Funk: Mile Me Deaf aus Wien spielen Freitag im Slow Club

Simon Langemann

Auf ihrer neuen Platte "Alien Age" sinnieren Mile Me Deaf über das Ende der Menschheit. Am Freitag macht die Wiener Alternative-Band Halt im Slow Club.

Aus dem überregional beachteten Getümmel der Wiener Indie-Szene stechen Mile Me Deaf als produktive Dauerbrenner hervor: elf Alben hat das Quartett in den 13 Jahren seines Bestehens veröffentlicht. Und das, obwohl ihr Vordenker und Alleskönner Wolfgang Möstl, der die Stücke gerne alleine einspielt, auch sonst kein unbeschriebenes Blatt ist: Nebenbei bedient er etwa die Gitarre bei den Sex Jams, produzierte Voodoo Jürgens oder Der Nino aus Wien und zuletzt die im Februar veröffentlichte Mile Me Deaf-Platte "Alien Age".


Als "Post-Hippie-Funk" kündigt der Slow Club dessen Soundgewand an – und trifft es damit ganz gut: "Funk" für Wolfgang Möstls spürbar gewachsene Neigung zu Beats und Rhythmik. "Hippie" für den anhaltenden Hang zu psychedelischer Verspultheit. Und "Post" für das Neuartige, das der Musik trotz aller Retro-Referenzen anhaftet.

Lebendig, Farbenfroh und international

Dahinter steckt einerseits natürlich Konzept, schließlich kokettiert Möstl inhaltlich mit Themen wie Post-Humanismus und dem Ende der Menschheit. Andererseits sind die elektronischen Spielereien gewissermaßen aus der Not geboren: Mehrere Handverletzungen hielten den Gitarristen vom exzessiven Gitarren-Geschrammel ab.

Das Ergebnis klingt dennoch überaus lebendig, farbenfroh und international – oder wie es der Kollege Lars Fleischmann im Musikmagazin Intro freimütig formulierte: "Scheiß auf Tame Impala, hier kommt Mile Me Deaf."

Mile Me Deaf – Brando


  • Was: Mile Me Deaf im Slow Club
  • Wann: Freitag, 12. Mai, 21 Uhr
  • Wo: Slow Club, Haslacher Str. 25
  • Eintritt: 11Euro an der Abendkasse, 9 Euro für Vereinsmitglieder