Post an den Weihnachtsmann

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass Briefe an den Weihnachtsmann tatsächlich ankommen? Ob nun Santa Klaus, Nikolaus oder das Christkind - jeder Brief, der an eine der weihnachtlichen Figuren adressiert ist, kommt an - und das fast weltweit. In den deutschen Weihnachtspostämtern mit ihren thematisch passenden Namen wie Engelskirchen oder Himmelstadt werden die Briefe der Kinder so ausführlich wie möglich beantwortet. Doch auch andere Länder haben für Post dieser Art sehr schöne, wenn nicht gar schönere Adressen.

Jedes Jahr Ende November werden die Weihnachtspostfilialen ("Ämter" heißen sie seit der Postprivatisierung im offiziellen Sprachgebrauch nicht mehr) mit ein paar Postmitarbeitern und vielen Freiwilligen besetzt. Der Großteil der ankommenden Kinderbriefe, die neben den üblichen materiellen Begehren auch Wünsche nach familiärem Frieden, Gesundheit oder nur einer weißen Weihnacht enthalten, werden auf hübschem Papier beantwortet, sodass alle Post bis Heiligabend wieder raus ist.


Allerdings sind auch die Weihnachtspostfilialen wie alle anderen von der Schließung bedroht. Die im brandenburgischen Himmelpfort ist schon seit zwei Jahren zu, und auch die im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür musste schließen. Die Briefe, die dahin adressiert sind, werden aber an eine der verbleibenen Filialen weitergeleitet: Nach Engelskirchen (NRW), Himmelspforten (Niedersachsen), Nikolausdorf (ebenfalls in Niedersachsen), Himmelstadt (Bayern) oder St. Nikolaus (Saarland). Aber auch Schreiben, auf denen nur "an den Weihnachtsmann" oder "an das Christkind" steht, kommen in einer der Filialen an.

Die Briefe, die von Briefmarkensammlern nur wegen der drei weihnachtlichen Sonderstempel verschickt werden, gehen eh nur nach Bonn, Berlin oder Weiden in der Oberpfalz – und dann postwendend zurück.

Aber jeder weiß ja, dass der Weihnachtsmann eigentlich am Nordpol wohnt, außerdem schicken nicht alle Kinder weltweit ihre Briefe nach Deutschland. Die dänischen bzw. grönländischen Wunschlistenversender kommen mit ihrer Post ganz nah an ihn heran: „Nordpolen, Julemandes Postkontor, DK-3900 Nuuk” lautet die Adresse, wobei Nuuk die Hauptstadt Grönlands ist und der Julemand der Weihnachtsmann.

Die Finnen und die Norweger schicken die Wunschpost auch recht nah an den Nordpol, aber nur wegen der geographischen Lage der Länder. Die Postunternehmen haben extra Postfächer in kleinen Orten für den Weihnachtsmann eingerichtet. Ebenso geht es dem US-amerikanischen Santa Claus, der allerdings im Bundesstaat Indiana lebt.

Sein australischer Namensvetter wohnt sogar in Christmas Town, North Pole, 9999 Australia, was jeden Erdkunde-Laien ein wenig wundern dürfte. Und der britische Santa Claus hat wenigstens einen individuellen Postcode: er wohnt in Reindeerland, SAN TA1, United Kingdom.

Die originellste Adresse hat jedoch der kanadische Weihnachtsmann. Neben der geografisch günstigen Lage als Nordpolanrainerstaat hat Kanada noch eine ideale Postleitzahl für ihn: deren übliche Struktur aus Buchstabe-Zahl-Buchstabe Zahl-Buchstabe-Zahl macht aus der Weihnachtsmannadresse: Santa Claus, North Pole, H0H 0H0, Canada.