Porto per SMS - Postsendungen mobil frankieren

Nikolai Worms

Passionierte E-Mail- und SMS-Tipper begegnen dem Problem eher selten, um so härter werden sie dann beim Briefe- oder Kartenschreiben von der Realität eingeholt: Nie ist eine Briefmarke in Reichweite, um das mühsame Ergebnis handschriftlicher Schwerstarbeit zu frankieren. Niko testete den Abhilfe schaffenden SMS-Frankierservice der Post.



Briefe und Karten zu bekommen ist viel schöner, als eine E-Mail oder bloß eine schnöde SMS. Doch wer bekommen möchte muss auch schreiben, und da ist der Haken an der Sache. Denn für die spontan verfasste Gratispostkarte aus der Kneipe, den mit frischem Elan gefassten "Heute schreibe ich endlich der Oma zurück"-Plan oder den Liebesbrief von der Parkbank ist nie eine Briefmarke da – Grund genug das Schreiben ganz zu lassen.


Die Post hat sich für die Lösung des Fehlende-Briefmarken-Problems schon einiges einfallen lassen. Sollte sich die Fertigstellung des zu verschickenden Dokuments mal verzögern, kann man auch nachts um drei noch Porto an den vereinzelt aufgestellten Briefmarkenautomaten erwerben. Und für noch faulere Postkunden gibt es einen Online-Frankierservice, mit dem man sich die Briefmarken zu Hause ausdrucken kann.



Auch für den Fall des faulen Kunden ohne Drucker oder unterwegs haben die findigen Postler einen Ausweg gefunden: die Frankierung per SMS. Dazu schreibt man eine SMS mit dem Kennwort "Brief" beziehungsweise "Karte" an die Nummer 22122. Sehr schnell bekommt man eine Rück-SMS mit einer zwölfstelligen Nummer, die man anstatt der Marke handschriftlich auf den Brief oder die Karte überträgt: Frankierung abgeschlossen. Die Kosten betragen 95 Cent für einen Standardbrief und 85 Cent für eine Postkarte, zuzüglich der SMS-Gebühren. Der Service liegt preislich also mehr als 40 Cent über den Kosten für eine herkömmliche Briefmarke und ist damit eher eine Notlösung.

Die Post selbst wirbt, dass man seine Sendungen jetzt überall frankieren kann: "Ob am Strand, im Café oder in der Wildnis". Bei letzterem wird das Fehlende-Briefmarken-Problem allerdings mindestens gleichwertig durch das Fehlender-Briefkasten-Problem ersetzt. Eines bleibt nämlich trotz tollem neuen Service keinem Verfasser erspart: Der Weg zum Briefkasten kann mit den heute aktuellen Technologien leider noch nicht ersetzt werden.

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