Portionen in der Mensa zu groß - ab jetzt auf Wunsch weniger Beilage

David Weigend

In der Freiburger Mensa lassen Studierende viel Essen auf dem Teller liegen, weil ihnen die Portionen zu groß sind. Ab Montag kann man bei den Beilagen zwischen zwei Portionsgrößen wählen.

Ab dem 22. Juni 2015 erhalten Studieren auf Wunsch die Essen 1 und 2 in den Freiburger Mensen Rempartstraße und Institutsviertel mit kleineren Beilagen-Portionen. „Am Preis ändert das nichts – beide Gerichte kosten 2,80 Euro“, sagt Claudia Sedelmeier von der Pressestelle des Freiburger Studierendenwerks.


Unterschiedliche Portionsgrößen zum gleichen Preis

Dass der Wunsch nach solch einem Angebot besteht, hatte sich in einer Befragung gezeigt, die von Greenpeace Freiburg im Dezember 2014 in der Mensa Rempartstraße durchgeführt wurde.

Von 409 Befragten gaben 78 Prozent an, Essen zurückzugeben, 33 Prozent davon des Öfteren beziehungsweise immer. 16 Prozent aus dieser Gruppe gaben an, „eher viel“ auf dem Teller liegen zu lassen. In über 60 Prozent der Fälle von Essensrückgängen wurde eine zu große Portionsmenge, insbesondere des Beilagen-Anteils, als Ursache angegeben.

Mit dem neuen Angebot will das Studierendenwerk das Bewusstsein für den Wert von Nahrungsmitteln vergrößern. Das Essen mit der jeweils kleineren Beilagen-Menge wird durch einen entsprechenden Hinweis ausgewiesen.

Ein oder zwei 200-Liter-Tonnen voll Essensresten

Was die Studierenden bisher in der Mensa Rempartstraße auf den Tellern liegen lassen  füllt nach Angaben des Studierendenwerks pro Tag ein oder zwei 200-Liter-Mülltonnen – aber erst, nachdem die Lebensmittelreste getrocknet und zu einem Granulat verarbeitet wurden, das durch die ASF entsorgt wird. „Bei 4000 Essen, die am Mittag in der Mensa Rempartstraße ausgegeben werden, ist das keine schlechter Menge“, sagt Sedelmeier. „Das Granulat ist ganz leicht, weil es keine Feuchtigkeit mehr enthält.“ Zudem handele es sich nicht nur um nicht gegessenes Essen, sondern auch um Putzreste von Salat und Gemüse, die bei der Zubereitung in der Küche anfallen.

Die von Studierenden oft wiederholte Behauptung, dass zu viel zubereitete Beilagen in der Mensa am darauffolgenden Tag einfach noch einmal serviert würde, ist übrigens eine urbane Legende. „Alles was bei uns serviert wird ist frisch zubereitet“, sagt Sedelmeier. „Es kommt schon mal vor, dass geschälte Kartoffeln übrig bleiben und erst am nächsten Tag zubereitet werden, aber alles ist grundsätzlich frisch gekocht und wird nicht aufgewärmt.“Wie viele Kalorien die Studierenden sparen, indem sie kleinerne Beilagen-Portionen wählen, lässt sich übrigens nicht pauschal sagen: „Dafür sind unsere Essen einfach zu unterschiedlich.“

 

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[Foto: Rita Eggstein]