Popeye auf der Kammerbühne

Ursula Cadenbach

Popeye, der Seemann, Mister Glotzauge und Gallionsfigur aller Spinatesser ist derzeit auf der Kammerbühne zu sehen - als Theatercomic für zwei Schauspieler und zwei live animierte Hellraumprojektoren: "I yam what I yam and that’s all I yam!"

Elzie Segar, Popeyes Papa und Schöpfer, zeichnete 1919 den Comicstrip „Thimble Theatre“, „Fingerhutbühne“, für eine amerikanische Zeitung. Zuerst Nebenfigur, avancierte der Comic-Seemann zum Publikumsliebling und wurde bald erster Mann an der Seite der feschen Olivia (Schuhgröße mindestens 52).

Segars Comic ging um die Welt; die Filme sind bekannt.

Am Theater Freiburg macht Popeye nun auch Karriere, denn Segar ist
der Samuel Beckett des Comics. Sein Menschenbild war düster und
Popeyes Schiff entpuppt sich als Narrenschiff, auf dem Humor und Absurdität Verzweiflung verschleiern. Die Stille explodiert in Slapstick-Raserei und Popeyes großartiger, existenzialistischer Einzeiler bringt die conditio humana auf den Punkt »I yam what I yam and that’s all I yam!«.



Dorothee Metz (als Olivia), Urs Jucker (als Popeye)

Zur Einstimmung empfiehlt die Autorin Spinatessen und Popeye's Homepage.

Was:
„Popeye - Der Theatercomic. Projekt nach Elzie Segar“
Wann: Mittwoch, 23. Januar, 20.30 – 21.40 Uhr
(weitere Vorstellungen im Januar: 26.1. und 31.1.)
Wo: Theater Freiburg, Kammerbühne

Autorin: Ursula betreut am Theater Freiburg den Bereich „ENTER. Theater & Uni“ und berichtet auf fudder.de regelmäßig von neuen Veranstaltungen
Foto:
Manuel Washausen