Pop Society feiert Jubiläum

Katharina Wenzelis

Die Pop Society zelebriert am Samstag im Auditorium der Jazz- und Rockschule ihr dreijähriges Bestehen. Im Sommer 2005 stieg die Indieparty von Christian Beller (32) zum ersten Mal im Ruefetto. Seitdem hat er einige großartige Konzertabende organisiert. Bei fudder erzählt Beller, warum ihm seine Veranstaltungsreihe so am Herzen liegt.



Christian, die Pop Society feiert dreijähriges Jubiläum. Wie kamst du auf die Idee für diese Party?

Es steckt ja keine neue Idee dahinter. Es waren eher die Umstände, die dazu führten, so etwas zu veranstalten. Ich fand es früher immer schade, dass es hier in Freiburg keine Clubs gibt wie das Atomic Café in München, den Revolver-Club in Hamburg oder den Karrera Klub in Berlin. Ich bin hier zwar immer gerne zum root down, ins E-Werk oder hin und wieder ins Crash gegangen, aber ansonsten gab es für mich nicht viele Ausgehmöglichkeiten. Studentenparties hatte ich wirklich genug miterlebt und die Versuche anderer, im Drifters oder Other Place Club Indie-Abende einzuführen, waren auch eher zum Scheitern verurteilt.

Hm, das arme Freiburger Nachtleben.

Erst mit dem Beatsalon, der Rebeat Funk Night und dem Speed Saloon kam da ein bisschen frischer Wind rein. Mir gefiel vor allem die Atmosphäre im Ruefetto und natürlich auch die Musik. Allerdings gab es eben noch immer keinen Club, in dem die aktuellen Sachen liefen, die Sachen also, die ich zu Hause rauf- und runtergehört habe. Dazu kam, dass ich nach Ewigkeiten mal wieder auflegen wollte und mich eine Freundin ständig dazu ermunterte. Nachdem wir uns an einem Abend im Jos Fritz mit Torpedo Tom darüber unterhalten haben, ging der Rest quasi von selbst. Am schwierigsten war noch die Namensfindung, aber ansonsten war eigentlich alles klar und zu den ersten Partys kamen auch gleich viel mehr Leute als erwartet. Irgendwann sogar zu viele.

Wie hat sich die Indie-Szene in Freiburg in den vergangenen drei Jahren entwickelt?

Ich weiß nicht, ob man hier von einer Szene sprechen kann. Das Angebot an ähnlich gelagerten Veranstaltungen ist durch diesen ganzen Indie-Hype vor drei Jahren natürlich gewachsen. Aber auf den meisten Konzerten hier sieht man immer noch die gleichen Leute wie vor zehn Jahren und leider ist es keine Seltenheit, dass bei tollen Konzerten, wie vor kurzem bei Over The Atlantic, nur fünf Leute vor der Bühne stehen.



Dein schönstes Erlebnis, das du mit der Pop Society verbindest?

Da gibt es eine ganze Menge. Je länger die Abende waren, umso schöner war es meist. Schön ist es natürlich immer, wenn man so tolle Bands und Künstler wie Pelle Carlberg, Bishop Allen oder die Junior Boys unter dem Pop-Society-Banner präsentieren kann.

Planst du etwas Besonderes zum Jubiläum?

Die Veranstaltung am Samstag ist eine weitere Kollaboration mit dem Swamp. Mit Islands ist eine meiner Lieblingsbands der vergangenen drei Jahre am Start. Außerdem steuern die Jungs von der Cinémathèque wieder Visuals dazu, auf die ich ebenfalls gespannt bin.

Wie oft soll die Veranstaltung zukünftig stattfinden?

Das lässt sich schwer sagen, aber mir fehlt inzwischen leider die Zeit, die Pop Society jeden Monat zu veranstalten.

Im Gegensatz zu anderen Veranstaltern bist du dem Ruefetto treu geblieben.

Ich mag das Ruefetto. Allerdings haben sich die Bedingungen seit den Anfängen drastisch verändert. Vor allem, dass wir inzwischen schon um 3 Uhr Schluss machen müssen, ist sehr bedauerlich. Zu Beginn konnte ich teilweise fast acht Stunden auflegen, inzwischen können wir vielleicht noch vier Stunden feiern und das wirkt sich sowohl auf die Stimmung als auch auf die Setlist aus. Leider hat sich bisher auch noch keine vernünftige Alternative aufgetan.

Was bedeutet dir die Pop Society?

Alle, die mithelfen, stecken jedes Mal ziemlich viel Zeit und Energie in die Veranstaltung. Da ich die größte Verantwortung habe und mich wohl am meisten damit beschäftige, kann ich mir kaum noch vorstellen, wie es hier war, als ich das nicht gemacht habe. Es ist auf jeden Fall ein ganz anderes Gefühl, als im Kamikaze, beim PlasticPopUpClub oder sonstwo aufzulegen.



Deine aktuellen fünf Lieblingsplatten?

Ich kann mich leider nicht auf fünf beschränken, deshalb mach ich mal zehn draus:
  • Ra Ra Riot – The Rhumb Line
  • The Streets – Everything Is Borrowed
  • Chad VanGaalen – Soft Airplane
  • The Wave Pictures – Instant Coffee Baby
  • This Is Ivy League – This Is Ivy League
  • Sigur Rós - Með suð í eyrum við spilum endalaust
  • Honig – Treehouse
  • Herman Dune – Next Year In Zion
  • Fujiya & Miyagi – Lightbulbs
  • Noah & The Whale – Peaceful, The World Lays Me Down
     

Mehr dazu:

Was: Drei Jahre Pop Society
Wann: Samstag, 11.10.08, 20 Uhr
Wo: Auditorium der Jazz- und Rockschule Freiburg