Ermittlungen

Polizist erschießt wohl seine Frau, den Hund und dann sich selbst

Oliver Huber

Schon wieder hat ein Mann seine Frau getötet: Ein 58-jähriger Polizist hat wohl seine Frau und den Hund erschossen, danach tötete er sich selbst. Ein Kollege fand die Leichen in deren Haus.

+++UPDATE 17.03 Uhr+++

Nach der rechtsmedizinischen Untersuchung vermutet die Polizei: Der 58-Jährige hatte mit der am Tatort aufgefundenen Schusswaffe zunächst seine 42jährige Ehefrau und den Hund getötet und danach sich selbst.


Motiv sind wahrscheinlich Beziehungsprobleme des Paares.

+++ Ursprungsmeldung+++

In Emmendingen hat die Polizei am Donnerstagvormittag zwei Leichen gefunden. Beide hatten Schussverletzungen, wie die Ermittler am Freitag mitteilten.

Es handele sich um einen 58 Jahre alten Polizisten sowie um dessen 42-jährige Ehefrau. Auch der gemeinsame Hund lag tot in dem Haus des Ehepaares. Eine Schusswaffe befand sich neben den Leichen.

"Wir gehen derzeit davon aus, dass der Mann zunächst seine Frau, den Hund und dann sich erschossen hat", sagt Polizeisprecherin Laura Riske. Der Mann sei ein Polizeibeamter gewesen, die Tatwaffe eine Dienstpistole. Die Tat habe sich in einem Einfamilienhaus in Emmendingen ereignet.

Nicht zur Verabredung gekommen

Die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Gefunden wurden die Leichen am Donnerstag. Ein Kollege des Mannes war mit ihm verabredet, doch er kam nicht. Um nach dem Rechten zu sehen, sei er dann zu dem Haus des Paares gefahren. Dort habe er den Ehemann durch die Fensterscheibe leblos auf dem Boden liegend gesehen. Die Feuerwehr brach daraufhin die Tür des Hauses auf.

Weitere Details sind bislang nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zum Hintergrund des Vorfalls aufgenommen. Eine Obduktion der Leichen solle im Tagesverlauf Klarheit über die Tat bringen. Polizisten ist es erlaubt, Dienstwaffen mit nach Hause zu nehmen, wenn sie dort in einem entsprechenden Waffenschrank aufbewahrt werden.

Die Dienstpistolen der rund 200 Polizisten im Landkreis Emmendingen sind nicht bei den Ordnungsämtern registriert. Die Beamten dürfen ihre Waffen jederzeit mit sich führen – tatsächlich, sagte Polizeisprecher Walter Roth im Jahr 2013 gegenüber der BZ (Rückblick). Sie tun dies jedoch nur im Dienst. "In Ausnahmefällen", sagte er, "wird die Waffe auch auf dem Weg vom und zum Dienst geführt. Das sind aber Ausnahmen, weil die meisten Beamten in Zivil zum Dienst kommen." Aufbewahrt werden die Pistolen und die Patronen in Waffenschränken auf der Dienststelle – das sei laut Roth sicherer als die Unterbringung im privaten Waffenschrank.

Erst am vergangenen Wochenende hatte es in Freiburg-Ebnet einen ähnlichen Fall gegeben (Hintergrund): Dort hatte ein 51-Jähriger seine 50 Jahre alte Lebensgefährtin erschlagen und dann Suizid begangen.
Studien zeigen, dass es nach Berichterstattung über Suizide oft Nachahmungstaten gibt. Deswegen berichten wir in der Badischen Zeitung in der Regel nicht über Suizide - außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie sich in einer akuten persönlichen Krise befinden und Hilfe brauchen, wenden Sie sich an die Telefonseelsorge unter den kostenlosen Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 oder an den Arbeitskreis Leben.

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