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Polizei zeigt 19 Taxifahrer nach dem "Sea You"-Festival an

Sina Gesell & bz

Die Polizei ist mit dem Verlauf des zweitägigen Festivals am Tunisee zufrieden. Jedoch zeigt sie 19 Taxifahrer an – diese hätten gefährliche Situationen verursacht.

Ohne größere Zwischenfälle ging am Sonntagabend das "Sea You"-Festival am Tunisee zu Ende. Dies teilte die Polizei am Montag in einer Pressemitteilung mit: "Das polizeiliche Gesamtkonzept ging auf." Auch lobte die Polizei die Kooperation mit dem Veranstalter und den beteiligten Behörden.


2011 war das Vorgängerfestival "Sea of Love" aus dem Ruder gelaufen, die Polizei hatte dem Veranstalter "schwere Versäumnisse" vorgeworfen. "Seither haben wir das Sicherheitskonzept immer weiter verbessert", so Polizeisprecher Dirk Klose auf BZ-Anfrage. Die Verbesserungen zeigten Wirkung.

37 Straftaten, vor allem wegen Drogen

Insgesamt verzeichnete die Polizei 37 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Davon waren 31 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, wobei es jeweils um kleinere Mengen für den Eigenverbrauch ging, überwiegend um illegalen Besitz von Cannabis, Ecstasy, Amphetamin und Kokain. In zwei Fällen mussten die Beamten nach Angaben der Polizei einschreiten, weil Personen unter Einfluss von Drogen mit dem Auto unterwegs waren. Zudem registrierte die Polizei eine körperliche Auseinandersetzung und "nur wenige Diebstähle" auf dem Festivalgelände.

Wenige Beschwerden wegen Ruhestörung

Trotz erhöhter Kontrollen im Straßenverkehr und auf dem Gelände blieb die Anzahl der festgestellten Straftaten laut Polizei unter der Zahl der Vorjahre. 2015 registrierte die Polizei 54 Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr beschwerten sich nach Angaben der Behörde zudem nur wenige Bürger über Ruhestörungen. Nach momentanem Erkenntnisstand hätten die vom Veranstalter durchgeführten Lärmpegelmessungen keine Überschreitungen der Grenzwerte ergeben. Detailauswertungen stünden allerdings noch aus. Kurz nach 23 Uhr regelte der Veranstalter der Polizei zufolge aus Rücksicht auf mögliche Belästigungen freiwillig den Basspegel nach unten.

Polizei zeigt 19 Taxifahrer an

Jedoch sei es zu "nicht ungefährlichen Verkehrssituationen" und "teilweise unerklärbarem Verhalten von Fußgängern, die zum Festivalgelände wollten", gekommen. Dies führte die Polizei auf das "Fehlverhalten" einiger Taxifahrer zurück. Sie hätten trotz ausführlicher Informationen im Vorfeld und mehrfacher Hinweise der Polizei über den Taxiverband und die Taxizentralen die Fahrgäste an falschen, teilweise gefährlichen Orten im Bereich der beiden Seen aussteigen lassen. Die Beamten hätten "mehrfach intervenieren" müssen.

Die Polizei kündigte an, gegen 19 Taxifahrer Anzeige wegen Ordnungswidrigkeiten zu erstatten und die Taxiunternehmen zu informieren. Einige Fahrer sind laut Sprecher Klose mehrfach aufgefallen. Diese müssen ihm zufolge mit einer Meldung an die Führerscheinstelle rechnen.

10 000 Besucher am Samstag, 9000 am Sonntag

Mit der Organisation ist die Polizei dagegen zufrieden: Parkplätze habe es ausreichend gegeben, die Verkehrsführung habe sich bewährt. Wie bereits 2015 nutzten viele Anreisende die vom Veranstalter bereitgestellten Shuttlebusse.

Nach Angaben des Veranstalters und nach Schätzungen der Polizei hielten sich am Samstag rund 10 000 Besucher auf dem Festivalgelände auf, am Sonntag 9000 Besucher.

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