Polizei will Billig-Alk-Partys trocken legen

Markus Hofmann

Die Badische Zeitung (Online-Abo) hat am Samstag ein brisantes Thema aufgegriffen: Die Zahl der Körperverletzungen ist in 2005 um fast 20 Prozent gestiegen - ein drastischer Zuwachs. Bei vielen Schlägereien ist Alkohol mit im Spiel. Die Freiburger Polizei möchte deswegen, dass Freiburgs Bars und Clubs künftig auf Veranstaltungen, bei denen die Partybesucher viel Alk für wenig Geld konsumieren können, verzichten. Ist dies das Aus für die Freiburger Billig-Alk-Partys?Als Beispiel nennt die BZ den "Chicken Groove" im Glamour, bei dem Mädchen ab 18 von 21 bis 23 Uhr für einen Euro so viel Alkohol trinken dürfen wie sie möchten. Auch zahlreiche andere Clubs wie das Players oder der Funpark setzen auf ähnliche Flatrate-Strategien beim Alkoholausschank. Der Effekt: Wer sich besaufen will, braucht kein tiefes Portemonnaie."Die Statistik weist eindeutig aus: Es wird mehr geschlagen und getreten. Dies kann so nicht hingenommen werden", sagt Karl-Heinz Schmid, Sprecher der Polizeidirektion Freiburg. Dass die Billig-Alk-Partys Schuld daran sind, möchte Schmid in dieser Form nicht formulieren. Allgemein stellt er jedoch fest: "Das Alkoholkonsumverhalten hat sich geändert." Die Polizei möchte deswegen mit der Freiburger Gastronomie ins Gespräch kommen, um das Problem anzugehen. Einige Freiburger Club- und Barbetreiber haben nach Darstellung der BZ auch schon Gesprächsbereitschaft signalisiert. Steht dem Flatrate-Saufen in Freiburg damit das Ende bevor? Dies ist schwer zu glauben, schließlich stehen die Discotheken in harter Konkurrenz zueinander. Auch hat die Polizei keine direkte rechtliche Handhabe, solange die Lokalitäten nicht gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen. "Dies ist Sache der Konzessionsbehörde", sagt Schmid, der von einem "Gentleman Agreement" zwischen Polizei, Stadt und Gastronomie als möglicher Lösung des Problems spricht.