Gemeinsame Aktion

Polizei und VAG führen Großkontrolle in Freiburger Trams durch

Simone Höhl

Die Polizei kontrolliert Fahrgäste in Freiburger Straßenbahnen: Sie sucht nach Straftätern. Nach Schwarzfahrern fahndet die Verkehrs-AG in einer gleichzeitigen Aktion.

Großkontrolle am Montag in den Freiburger Trams: Polizisten des Reviers Nord steigen am Stadttheater in eine Stadtbahn und überprüfen die Fahrgäste. Dann fährt die Bahn weiter. Auch an anderen Haltestellen gibt es Kontrollen.


Suche nach Schwarzfahrern – und Straftätern

Eine Personenkontrolle, wie sie ab und an stattfindet, erklärt Polizeisprecherin Laura Riske auf Anfrage. "Gesucht werden Straftäter jeglicher Art." Der Grund dafür sei, dass es in Straßenbahnen immer wieder zu Vorfällen komme.

Nach Schwarzfahrern sucht die Polizei Riske zufolge nicht. Das machte der Regio-Verkehrsverbund mit der Verkehrs-AG in einer parallelen Aktion, die vierteljährlich stattfindet. 16 Prüfer waren am Rathaus im Stühlinger, an Stadttheater und Paduaallee jeweils zwei Stunden im Einsatz, sagte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt.

Gut 150 Schwarzfahrer

Die Schwerpunktkontrolleure von RVF und VAG baten alle Menschen in der Bahn und alle, die ausstiegen, ihre Fahrausweise vorzuzeigen. 152 Fahrgäste hatten keinen, bilanzierte Hildebrandt. Erfahrungsgemäß fahren bei der VAG 1,5 bis 2 Prozent der kontrollierten Fahrgäste schwarz. Sie beförderte 2016 rund 78 Millionen Fahrgäste.

Vergangenes Jahr gab es nach einer solchen Polizeikontrolle Kritik: Der Arbeitskreis kritischer Juristen bezweifelte die Rechtmäßigkeit und sah eine umstrittene anlasslose Identitätsfeststellung. Ein anderer Jurist meinte, wenn die Polizei aufgrund ihrer Erfahrung Menschen auswähle, sei die Feststellung nicht anlasslos. Die Polizei sah sich auf der sicheren Seite: Das Polizeigesetz ermögliche Kontrollstellen zur Fahndung, dabei könnten auch ohne konkrete Gefahr jedermanns Personalien festgestellt werden.

Mehr zum Thema: