Freiburg

Polizei sucht Zeugen nach Erpressung eines blinden Mannes in Littenweiler

Anika Maldacker

Ein dreister Fall beschäftigt die Polizei Freiburg: In Littenweiler erpressten zwei Unbekannte am Freitag einen blinden Fußgänger, sodass der seine Geldbörse herausgab. Nun sucht die Polizei Zeugen.

Schon am vergangenen Freitag, 6. September, kam es gegen 22 Uhr zu einer Erpressung eines blinden Mannes im Bereich des Bahnübergangs in der Lindenmattenstraße im Freiburger Stadtteil Littenweiler. Der blinde Mann war laut Polizeiangaben zu Fuß mit seinem Hund unterwegs, als er von zwei Männern angesprochen wurde.


Während einer der Männer den Hund mit Essbarem ablenkte, forderte der andere Tatverdächtige die Herausgabe der Geldbörse. Als der Geschädigte verneinte, wurde er von einem der Männer unter Druck gesetzt, so dass er die Geldbörse herausgab und der unbekannte Tatverdächtige einen dreistelligen Bargeldbetrag in Scheinen entnahm. Wie der Mann unter Druck gesetzt wurde, wollte die Polizei nicht bekannt geben. Die Beamten sprechen jedoch von einem besonders dreisten Fall, denn der Hund des blinden Mannes war als Blindenhund gekennzeichnet. Die Täter wussten also, dass es sich bei ihrem Opfer um einen blinden Menschen handelt. Eventuell hätten die Täter sich sogar gezielt auf die Tat vorbereitet. In der Nähe des Tatorts gebe es ein Heim, wo auch blinde Menschen leben.

Eine Täterbeschreibung gibt es nicht

Die Tatverdächtigen verließen nach der Tat die Örtlichkeit in unbekannte Richtung. Eine Beschreibung der Täter liegt nicht vor. Der Mann, der mit dem Opfer gesprochen hat, soll normal deutsch gesprochen haben. Den anderen habe das Opfer laut Polizei kaum wahrgenommen.

Dass Blinde Opfer von Verbrechen wie Erpressung und Raub werden, sei schön öfter vorgekommen, sagt Mischa Knebel vom Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden.

Das Polizeirevier Freiburg-Süd hat die Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen und bittet Zeugen, denen gegen 22 Uhr im Bereich der Lindenmattenstraße in Littenweiler zwei Männer aufgefallen sind oder die den Vorgang mitbekommen haben, sich unter der der Telefonnummer 0761/882 4421 zu melden.