Polizei räumt Festival-Zeltplatz auf der Haid

Markus Hofmann

Polizeieinsatz auf der Haid: Die Stadt Freiburg hat eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen, wonach Besucher des Festivals DIY, die ohne Bewilligung in Zelten neben dem Übergangsduldungsplatz der Freiburger Schattenparker campieren, den Platz räumen müssen. Die Polizei Freiburg ist deshalb zur Stunde mit einigen hundert Beamten auf dem illegal genutzten Gelände in der Munzinger Straße (Gewerbegebiet Haid) im Einsatz - zum jetzigen Zeitpunkt verläuft die Räumung friedlich ohne Gewaltseinsatz.



In den Stunden davor war auch in der Freiburger Innenstadt (Foto oben: Bertoldstraße; Foto links: vor der Mensa) die Polizeipräsenz merklich angewachsen. Das Vorgehen von Stadt und Polizei dürfte als Reaktion zu verstehen sein auf den gewaltvollen Konflikt zwischen linksalternativen Aktivisten und der Polizei an der Basler Straße heute Nacht, bei dem ein Polizist schwer verletzt worden ist.


fudder-Reporter Adrian Hoffmann ist gegenwärtig auf der Haid und wird aktuell von der Räumung berichten. Seine ersten Eindrücke hat er mir per Mobiltelefon mitgeteilt: Demnach ist die Polizei mit weit mehr als 50 Einsatzwagen (darunter einige Busse) im Einsatz. Ein Polizeihubschrauber kreist über dem Gelände, zahlreiche Schaulustige aus den Bürogebäuden beobachten die Szenerie.

Die Polizei fordert die Festivalbesucher nacheinander auf, ihre Zelte abzubauen. Einige von ihnen lassen sich einige Meter entfernt auf dem Geländer der Schattenparker nieder - bis auf einige verbale Proteste kam es nicht zu Konflikten. Angeblich sind auswärtige Festivalbesucher von der Stadt Freiburg aufgefordert worden, Freiburg zu verlassen.

KTS-Aktivisten und Teilnehmer der DIY-Convention hatten am heutigen Freitag im Internet, auf Flyern sowie auf zahlreichen Plakaten in der Innenstadt (Foto rechts) für 14.30 Uhr zu einer Protestdemonstration aufgerufen. Zwar versammelten sich etwa 50 Sympathisanten auf dem Grethergelände - eine Demonstration fand jedoch nach Informationen unseres Portals nicht statt.

Die Freiburger Polizei fahndet außerdem gegenwärtig nach einem der Aggressoren, die den Eklat heute Nacht provoziert und sich besonders auffällig verhalten haben soll. Den Fahndern liegt eine erste Personenbeschreibung vor:

  • männlich, ca. 30 - 35 Jahre
  • 180 - 190 cm groß
  • lange, dunkle Haare, die nach hinten zu einem Pferdeschwanz gebunden waren
  • Haare rechts und links der Ohren ausrasiert
  • besonders auffällig: Tätowierung unter dem linken Auge
Die Polizei bittet um Hinweise an die Kripo Freiburg, Telefon 0761/882-4884.