Razzien in sieben Bundesländern

Polizei nimmt mutmaßlichen Menschenhändler in Freiburg fest

dpa

Großeinsatz gegen einen mutmaßlichen Menschenhändlerring: in sieben Bundesländern führte die Polizei Razzien durch. Sie sollen transsexuelle Brasilianer zur Prostitution illegal nach Deutschland eingeschleust haben. Der mutmaßliche Kopf der Bande wurde in Freiburg festgenommen.

Mehr als 100 Polizisten in sieben Bundesländern rückten am Donnerstag, 8. März, zu einer großangelegten Razzia im Rotlichtmilieu aus. Im Visier stand eine Bande, die transsexuelle Brasilianer zur Prostitution illegal nach Deutschland eingeschleust haben soll und bundesweit agierte, wie das Landespolizeipräsidium in Saarbrücken mitteilte.


Aktionen in sieben Bundesländern

Als "Kopf" der Bande sei ein 51 Jahre alter Deutsch-Brasilianer in Freiburg verhaftet worden. Ob der Mann in Freiburg auch wohnte, ist nicht bekannt. Insgesamt seien bei der Aktion 16 Objekte in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland durchsucht worden. Fünf Objekte durchsuchte die Polizei in Baden-Württemberg, darunter eins in Stuttgart, eines in Freiburg und drei im ländlichen Raum. Wo genau im ländlichen Raum die Razzien stattfanden, wollte eine Sprecherin des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Für die Einschleusung sollen der 51-Jährige und seine Komplizen bis zu 15.000 Euro von den Opfern gefordert haben, die sie bei der Prostitution zunächst "abarbeiten" mussten. Der Ring habe ihnen auch Telefondienste zur Terminvereinbarung und Unterkünfte bereitgestellt, für die sie zahlen mussten.

Bei der Razzia seien auch mehrere Arrestbeschlüsse vollstreckt und umfangreiches Beweismaterial gesichert worden. Die Aktion erfolgte unter Federführung des Landespolizeipräsidiums Saarland. Seit 2017 läuft beim dortigen Dezernat für Schleusung und Menschenhandel ein Ermittlungsverfahren gegen die Bande. Dort gingen auch die ersten Hinweise ein. Im Saarland und in Bayern seien jeweils zwei Objekte durchsucht worden. In Hamburg waren es vier, in Nordrhein-Westfalen (Köln), Rheinland-Pfalz (Trier) und Berlin jeweils ein Objekt.