Polizei interveniert gegen Zivil-Patrouille in Freiburg

Joachim Röderer & David Weigend

Die von Türstehern, Gastronomen und einigen Anwohnern geplante Zivil-Patrouille durch das Freiburger Quartier "Im Grün" wird nicht stattfinden. Darauf verständigten sich Polizei und die Initiatoren der Aktion.



Eine Serie von Überfällen im Quartier "Im Grün" hat den Türsteher Daniel Mattuscheck der Freiburger Diskothek Crash aktiv werden lassen. Er plante mit einigen Anwohnern, Gastronomen und Türsteherkollegen am Freitagabend auf den Straßen im Viertel Präsenz zu zeigen. Das Ziel: die Sicherheit von Nachtschwärmern zu gewährleisten und mögliche Täter abzuschrecken (fudder berichtete).


Doch die nächtliche Patrouille wird es nicht geben. Die Initiatoren haben am Donnerstag ihren Vorschlag zurückgezogen – auch auf Drängen der Polizei. "Ein Bürgerwehr passt nicht zu Freiburg", hatte Freiburgs Polizeipräsident Bernhard Rotzinger zuvor erklärt. Auch Anwohner aus dem Viertel hatten sich von der Aktion distanziert: "Niemand will hier eine Bürgerwehr haben", so Ulrich Armbruster vom Bürgerforum Sedanquartier/ Im Grün.



Treffen zwischen Polizei und Initiatoren

Beamte des Polizeipräsidiums Freiburg hatten mit Mattuscheck und Vertretern des Bürgervereins gesprochen. Die Absage der Aktion wurde seitens der Initiatoren bestätigt. Einigkeit besteht laut Polizei darüber, dass die Türsteher – wie bisher auch – im Rahmen der gesetzlichen Gegebenheiten das Hausrecht bei den Diskotheken und Gaststätten ausüben, für die sie verantwortlich sind, hieß es in einer Erklärung der Polizei.

Einigkeit bestehe aber auch, dass es im öffentlichen Raum den Beamten obliege polizeiliche Aufgaben zu übernehmen. "Wir haben die Lage im Griff", erklärte Polizeipräsident Rotzinger gegenüber der Badischen Zeitung zum Problem mit der Straftatenserie um eine Gruppe von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aus dem nordafrikanischen Raum. Aktuell ermittelt die Polizei in 215 Fällen gegen 37 Verdächtige. Vergangene Woche waren es noch 32 Verdächtige und 197 Delikte.

Einige dieser Jugendlichen sollen Samstagnacht auch vor der Disko an der Schnewlinstraße nahe dem Hauptbahnhof die Türsteher unter anderem mit einem Hammer angegriffen haben. Zudem seien Diskobesucher auf dem Nachhauseweg bestohlen worden.

Bürgerforum distanziert sich

Über die Ankündigung einer Zivil-Patrouille aus dem Crash hatte sich das Bürgerforum Sedanquartier gewundert. Vorstandsmitglied Ulrich Armbruster hat sich umgehört. Weder in der unteren Belfortstraße noch sonstwo im Viertel jemanden fand, der seine Teilnahme an einem nächtlichen Rundgang zugesagt hatte. "Uns ist auch von Problemen und den Diebstählen nichts bekannt", so Armbruster, der aber dennoch nicht ausschließen will, dass die Schilderung zutreffen.

Die Polizei teilte jedenfalls am Donnerstag auch noch mit, sie sei auch "Im Grün", ebenso wie auch im übrigen Zuständigkeitsbereich, unterwegs und bei "polizeirelevanten Ereignissen" schnell vor Ort.

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