Großeinsatz

Polizei Freiburg zieht gute Bilanz nach Demos: "Es gab keine Gewaltausbrüche"

BZ-Redaktion & Anika Maldacker

Bei den drei Demonstrationen am Montagabend sind nach bisherigem Ermittlungsstand drei Beamte lediglich leicht verletzt worden. Einmal musste Pfefferspray eingesetzt werden.

Bei den drei Demonstrationen am Montagabend durch die Freiburger Innenstadt gab nach Kenntnisstand der Polizei bisher drei leichtverletzte Beamte und zwei Demonstrationsteilnehmer, die Verletzungen gegenüber der Polizei geltend machten. Bei den drei Demonstrationen standen sich nach Schätzungen der Polizei gut 300 bis 500 Anhänger der AfD und insgesamt rund 2000 Gegendemonstranten gegenüber. Die drei Demonstrationen fanden aufgrund der Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen Frau vor rund zwei Wochen statt.



In Sozialen Netzwerken kursieren Gerüchte von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen". Das dementiert die Polizei. "Ja, das war eine aufgeheizte Demo", sagt Sprecher Clark, "aber alles war im Rahmen, es gab keine Gewaltausbrüche."

Der Einsatz fand laut Polizeisprecher Jerry Clark mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Einsatz statt. Die Anhänger der AfD sammelten sich gegen 18 Uhr am Martinstor. Dort zählten die Beamten 550 Teilnehmer. Ob alle beim anschließenden Zug durch die Gerberau, Herrenstraße, Merianstraße zum Rathausplatz teilnahmen, ist unklar. Die Polizei schätzt die Zahl der Demonstranten der AfD-Veranstaltung auf zwischen 300 bis 500.

AfD-Zug wurde mehrmals kurzzeitig aufgehalten

Ebenso ab 18 Uhr sammelten sich Teilnehmer zweier Gegendemonstrationen auf dem Platz der Alten Synagoge und am Bertoldsbrunnen. Die Anzahl der Gegendemonstranten, die sich am Bertoldsbrunnen versammelt hatten, wird auf mindestens 1500 geschätzt.

Der Aufzug der AfD wurde laut Polizei mehrmals durch Gegendemonstranten kurzzeitig aufgehalten. Durch Polizeikräfte konnte die Aufzugsstrecke allerdings jederzeit freigemacht werden. Obwohl Gegendemonstranten teilweise zur Seite abgedrängt werden mussten, waren laut Polizei keine schwerwiegenden Zusammenstöße zu beklagen. In einem Fall musste Pfefferspray aber eingesetzt werden. "Ob dabei Demonstrationsteilnehmer verletzt wurde, können wir noch nicht abschließend sagen", sagt Sprecher Clark. Bisher habe sich noch niemand gemeldet. Allerdings könnten zwei der drei leichtverletzten Polizisten von diesem Pfefferspray-Einsatzes betroffen sein. Auch wo genau das Spray zum Einsatz kam und gegen welche Demonstranten ist noch nicht abschließend geklärt.

Die Ermittlungen sind noch in vollem Gang

Die Abschlusskundgebung der AfD begann gegen 18.45 Uhr auf dem Rathausplatz. Eine Vielzahl von Gegendemonstranten hielt sich währenddessen in den angrenzenden Straßen auf.

Gegen 21 Uhr verließen die Versammlungsteilnehmer nach Ende der Abschlusskundgebung den Rathausplatz. Wege, die von Gegendemonstranten besetzt waren, musste die Polizei kurzfristig freimachen.

Drei Polizeibeamte erlitten laut Polizei nach derzeitigem Stand ohne Einwirkung Dritter leichte Verletzungen. Einer von ihnen soll sich laut Polizeisprecher Jerry Clark leicht am Fuß verletzt haben.

Nach jetzigem Kenntnisstand wurde die Identität von vier Personen wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Vermummung und Verdachts der Beleidigung von Beamten aufgenommen. Zwei Personen machten bislang Verletzungen aufgrund polizeilicher Maßnahmen geltend. Um welche Verletzungen es sich handelt und von welchem Demonstrationszug diese Personen kommen, muss die Polizei noch abschließend klären.

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