Polizei entdeckt Kampfhundearena und Marihuana-Plantage in Ettenheim

fudder-Redaktion

Eine Kampfarena für Hunde mitsamt Gastrobereich, Trainingsgeräten für Kampfhunde und einem Bolzenschussapparat - eine grausige Einrichtung hat die Polizei in der Ortenau ausgehoben. Der Betreiber ist auf der Flucht.



Die Kriminalpolizei Offenburg ermittelt gegen einen 50 Jahre alten Mann aus einer Offenburger Umlandgemeinde, der im Raum Ettenheim Kämpfe mit Kampfhunden veranstaltet haben soll. Und damit nicht genug: Auf dem selben Gelände befand sich eine Marihuana-Plantage. Der Bewohner ist auf der Flucht.


Ausgelöst wurden die Polizeiaktion durch Hinweise auf unerlaubte Kampfhundehaltung im Raum Ettenheim; diese waren so konkret, dass das zuständige Gericht einen Durchsuchungsbeschluss erließ. Wie erst jetzt bekannt geworden ist, waren bereits am 28. März Beamten zur Durchsuchung des Anwesens ausgerückt, das aus einer Lagerhalle und einem Wohnhaus besteht. Bereits auf dem abgeschirmten Gartengelände entdeckten sie drei Pitbull-Terrier, die mit dicken Ketten an Bäumen gehalten wurden.

Kampfzone mit blutgetränktem Teppich

Dabei handelte es sich aber lediglich um die Spitze des Eisberges: Wie es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Freiburg, der Polizeidirektion Offenburg und des Landratsamtes Offenburg heißt, stießen die Beamten im Keller des Anwesens auf eine Kampfarena, eine sogenannte "Pit" aus vier Holzbrettern, je fünf Meter lang und knapp einem Meter hoch: Eine quadratischen Kampfzone, bedeckt mit einem blutgetränkten Teppich.

In den Nebenräumen entdeckten die Ermittler eine ganze Reihe von Utensilien, die für die Professionalität des illegalen Treibens sprachen: Notfallmedizin zur Behandlung verletzter Hunde, ein Bolzenschussapparat zur Tötung sterbender Tiere und Gerätschaften, die der Vorbereitung der Hunde auf ihr Kämpfe dienten. Zudem fanden sich Laufbänder, sogenannte Tretmühlen, mit denen die Ausdauer der Tiere trainiert worden ist.

Marihuana-Plantage mit 450 Pflanzen Die reichlich vorhandenen alkoholischen Getränke und mehrere Bierzeltgarnituren deuteten darauf hin, dass den Aktivitäten auf dem Grundstück nicht wenige Zuschauer und weitere Akteure beigewohnt haben. Die Dimension des blutigen Treibens sind indes noch unklar; die Nachforschungen laufen.

Gleichzeitig wird wegen Drogenkriminalität ermittelt: Im Untergeschoss der Lagerhalle stießen die Beamten bei ihrer Durchsuchung auf eine professionelle Marihuana-Plantage. Und auch die hatte beachtliche Ausmaße: 450 Pflanzen wuchsen in verschiedenen Räumen.



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[Fotos: Polizei]