Pohlmann im Waldsee: Entspannt, fröhlich, gleichklingend

Hannar

Schusselig-sympathisch umgarnt Pohlmann am Sonntagabend seine Zuschauer – oder vielmehr Zuschauerinnen - im Waldsee. Hanna war für fudder am Start. Wie's war:

Das Mikro liegt am Boden. Zweimal an diesem Abend fällt es Pohlmann runter. Die Stimmung reißt das fallende Mikro aber nicht mit in den Keller.

Etwas schusselig ist er am Sonntagabend, der Herr Pohlmann. So schmeißt er nicht nur das Mikro durch die Gegend, auch die häufigen Umbauten wirken eher tollpatschig. Und redselig ist er auch. Sowohl die Schusseligkeit als auch die ausschweifenden Geschichten machen den Sänger allerdings äußerst sympathisch.


Pohlmann selbst spielt Gitarre. Mit dabei hat er nochmal Gitarre, Schlagzeug, Bass – und ein Cello. Das singt sich durch die entspannten Lieder, dass es eine wahre Freude ist. In den ersten Stücken hat es Pohlmann nämlich ein bisschen schwer, mit seiner Stimme durchzudringen. Im Gegensatz zu Cäthe Sieland (Bild unten), seiner Vorband, wirkt sein Gesang fast dünn. Spätestens aber bei den beiden Singles „König der Straßen“ und „Auch wenn es scheint, dass nichts gelingt“ ist das etwa 300 Mann starke Publikum stimmgewaltig dabei, was auch Pohlmann Halt zu geben scheint.



Bei den schnelleren Liedern „Mädchen und Rabauken“ und der „Der Junge ist verliebt“ wird das Tanzbein geschwungen. Mit „Wenn jetzt Sommer wär“ beschwört Pohlmann ein bisschen die warme Jahreszeit und so passt auch die Stimmung des Konzerts zu einem lauen Sommerabend. Die ruhigen Lieder werden durch Cellist Hagen wunderschön verfeinert. Dem Song „Zurück zu dir“ wird durch ein Cellosolo die Langatmigkeit genommen. Das Highlight des Abends lauert im Zugabenteil: Pohlmann und Hagen spielen ohne die restlichen Bandmitglieder „Morgen schon“, ganz abgespeckt.

So, wie war der Abend nun? Für sich genommen sind Pohlmanns Lieder schön anzuhören. Wenn man sie aber in der Masse eines Konzertabends hört, wirken sie leider oft etwas gleichklingend. Es fällt allerdings sehr schwer, Pohlmann diese Schwäche übel zu nehmen, da man ihn und seine lockere Art noch vor dem ersten Lied ins Herz schließt. Außerdem wird der Eintönigkeit mit verschiedenen Wechseln entgegengewirkt: Mal greift der Bassist zum Keyboard, mal wird ein Lied durch einen Reggaebeat unterbrochen. Und sonst bleiben noch die Geschichten: von Pohlmanns Kindheit, von seinen Jobs, von seiner Traurigkeit, von seinem Balkon.

Quittiert wird diese Intimität mit viel Applaus und sogar dem ein oder anderen „Ingo“-Chor. Die Stimmung entspricht Pohlmanns Musik – entspannt, fröhlich, ohne zu viel Aufregung. So passt an diesem Abend eigentlich alles zusammen: Der Pohlmann hinterlässt ein glückliches Publikum. Und das Publikum hinterlässt einen glücklichen Pohlmann.



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