Poetry-Slammer Sebastian 23: "Nicht nur vorlesen, sondern Emotionen 'rüber bringen"

Jonas Nonnenmann

Er ist ein Star der Szene: Sebastian Rabsahl alias "Sebastian 23" ist seit November deutscher Meister im Poetry Slam und bekannt aus Auftritten bei Stefan Raab und im WDR. Vergangene Woche war er als Leiter eines Slam-Workshops im Haus der Jugend zu Gast. Jonas hat ihm bei der Gelegenheit ein paar Fragen gestellt.



Was ist ein Poetry Slam, Sebastian?

Sebastian Rabsahl: Poetry Slams sind Veranstaltungen, bei denen Autoren ihre selbstgeschriebenen Texte auf der Bühne vorgetragen können. Dort haben sie die Möglichkeit, nicht nur vorzulesen, sondern damit auf die Bühne zu gehen und eigene Emotionen rüberzubringen.

Was treibt dich auf die Bühne?

Ich finde es wunderbar, dass man beim Poetry Slam direkt mit seinem Publikum in Verbindung steht. Im Gegensatz zu anderen Formen von Literatur ist man als Autor direkt da, wo der Austausch mit den Hörern stattfindet.

Wie bist Du zum Slammen gekommen?

Ein Freund hat mir davon erzählt. Zuerst hab ich gedacht, das sei ein Improvisationswettbewerb, was natürlich nicht stimmt. Deshalb habe ich meine Texte am Anfang auch improvisiert und dafür ziemlich schlechte Noten gekriegt…



Was dich ja nicht davon abgehalten hat, weiterzumachen. Was macht Deiner Meinung nach einen guten Beitrag aus?

Ein guter Beitrag sollte unterhaltsam sein und das Publikum mitfühlen lassen. Ob das ein ernster Text ist, bei dem die Leute ins Grübeln kommen oder ein lustiges Stück, ist zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass ein gemeinschaftliches Erlebnis erzeugt wird- die Literatur muss spürbar werden.

Wieso bietest du jetzt auch Workshops an?

Es macht sehr viel Spaß zu sehen, wie gerade bei jungen Leuten die Begeisterung fürs Schreiben und für Literatur wächst und es ist ein tolles Gefühl, das weiterzuvermitteln zu können. Außerdem verdiene ich ja auch etwas Geld dabei, und mittlerweile kann ich von der Mischung an Auftritten, Bücherverkauf und Workshops gut leben.



Weshalb ist das Dichten gerade für Jugendliche so wertvoll?

Der Poetry-Slam ist gerade für Jugendliche eine gute Möglichkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken, ähnlich wie in der Musik. Außerdem kann man so die ganze Energie loswerden, die man mit sich rumträgt.

Wirst du in nächster Zeit wieder in Freiburg sein?

Ja, definitiv. Ich bin als Moderator bei jeder Show im Atlantik dabei. Nach der Weihnachtspause kommt im Januar der nächste Slam.“

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Zur Person


Sebastian 23
kommt aus Bochum, ist 29Jahre alt und schreibt gerade an seiner Philosophie-Doktorarbeit.