Playlist Preview: Robert Sun im Waldsee

Bernhard Amelung

Schrille Kostüme, skurrile Shows, Pop-Balladen, Rock-Hymnen und Eurodance: das ist der Eurovision Song Contest. Heute findet das Finale in Malmö statt. Die Veranstalter der SchwuLesDance zeigen die Beiträge live über Großleinwand im Waldsee. Anschließend legt der Freiburger DJ Robert Sun einem Mix aus alten Eurovision Songs, aktuellen Charts, Dance und Pop auf. Welche Songs er auf jeden Fall dabei hat, verrät er in der heutigen Playlist Preview.



Loreen mit "Euphoria"

Letztjähriger Siegertitel des ESC und einer meiner persönlichen ESC-Favorites die letzten Jahre. Kommt immer noch gut an und MUSS laufen am Samstag! Trotz der zahlreichen Tempowechsel zieht dieser Song die Leute auf die Tanzfläche, der Bombast-Dance-Sound macht Gänsehaut. Naja, vielleicht nicht bei allen, aber bei vielen.



 

Lena mit "Satellite"

 
Deutschland hat nur zwei Mal gewonnen, 1982 und 2010. Da ich auf Nicole nicht wirklich stehe, bevorzuge ich Lena als fest auf der Playlist gesetzt. Der Abend, an dem sie damals gewann, war der Hammer, ESC-Fieber hoch 10, der Waldsee quoll über vor lauter Menschen. Und Lena-Fähnchen überall. Daran erinnern wir uns gern.



 

Verka Serduchka mit "Dancing Lasha Tumbai"

 
Der ukrainische Beitrag von 2007, damals Platz 2 hinter Serbien. Sehr, sehr trashig, eine Textzeile "sieben sieben alulu, sieben sieben eins zwei, sieben sieben alulu, eins zwei drei - tanzen!" Warum der Text überwiegend auf Deutsch war, keine Ahnung, aber das superschwule Outfit dieser angeblich heterosexuellen Dragqueen stellte damals alles in den Schatten. Der Rhythmus ist sehr tanzbar, wenn auch billig, aber mitreißend und folkloristisch.



 

Cascada mit "Glorious"

 
Ja, ganz richtig, der deutsche Beitrag von 2013 darf auch nicht fehlen auf meiner Playlist. Viel kritisiert und als Plagiat von "Euphoria" bezeichnet, ist der Song meiner Ansicht nach ein solider Euro-Dance-Track der international erfolgreichen Gruppe um Natalie Horler. Hat gute Chancen ziemlich weit vorne zu landen und muss allein schon aus Partiotismus-Gründen mindestens einmal laufen.



 

Tarkan mit "Simarik"

 
Hier nun der erste Nicht-ESC-Track - ein Klassiker, der auch Eurovisions-Qualitäten hätte. Tarkan ist ein Superstar in der Türkei, über seine sexuelle Orientierung wurde schon viel spekuliert. Er schickt viele Küsschen in diesem Türk-Pop-Track, der einer meiner all-time-faves ist. Auch die meisten Partygäste stehen immer noch drauf, auch wenn das Erscheinungsjahr bereits Ende der 90er Jahre war.



 

Kylie Minogue und Taio Cruz mit "Higher"

 
Kylie ist Kult, sie muss auf jeder queeren Party laufen. "Higher" ist Euro-Dance, einfach gestrickt, der Refrain ist mitreißend und die Leute werden wirklich "higher", der Song funktioniert immer! Ich selber bin ein Kylie-Fan der ersten Stunde, also seit 1987, und bewundere ihre Beständigkeit und Wandlungsfähigkeit, die schon fast an Madonna heran reicht.

   

Madonna mit "Hung up"

 
Womit wir bei der "Queen of Pop" wären, auch sie ein Muss auf jeder Party, meiner Meinung nach. Ich spiele diesen Song sehr gerne wegen des mitreißenden Beats und wegen des ABBA-Samples aus "Gimme!Gimme!Gimme!", er vereint das ABBA- mit dem Madonna-Feeling und beides passt am ESC-Abend besonders gut zusammen.



 

ABBA mit "Waterloo"

 
Gewinner des ESC, damals noch "Grand Prix d'Eurovision" im Jahre 1974 und Start ihrer Weltkarriere. Schweden hat schon ziemlich oft gewonnen, an ABBA ist aber niemand heran gekommen, sie sind einfach konkurrenzlos. Galt die Musik in den 70ern als etwas bieder und spießig, ist sie spätestens seit "ABBA Gold", also Anfang der 90er Jahre, zu Kultstatus gelangt, quer durch alle Generationen und musikalischen Vorlieben. In der schwullesbischen Szene sind sie besonders beliebt, vielleicht wegen der schrillen 70s Outfits, vielleicht auch wegen der gefühlvollen Texte, die die Dramen des Lebens kennen.



 

Dana International mit "Diva"

 
1998 schickte Israel eine transsexuelle Sängerin ins Rennen, die mit einem hymnischen Disco-Song gewann. Ich liebe diesen Song auch nach 15 Jahren immer noch sehr, es ist ein Klassiker, der einfach laufen muss an jedem Eurovision-Abend. Kommt auch immer noch gut für die meisten.



 

Lily Allen mit "Fuck you"

 
Zum Schluss noch was ganz anderes: Ein Song, der nicht nur ins Ohr geht und gut tanzbar ist, sondern der auch einen Text hat, der sicher vielen aus der Seele spricht: Es geht um intolerante, dumme Menschen, die es einfach nicht verstehen können und wollen, dass Menschen verschieden sind und dass es okay ist, dass sie verschieden sind. Lily Allen bringt das ziemlich gut auf den Punkt.



Mehr dazu:

Was: SchwuLes Dance Eurovision Special w/ DJ Robert Sun.
Wann: Samstag, 18. Mai 2013, ab 20 Uhr.
Wo: Waldsee Freiburg.