Playlist Preview: Hank the DJ

Marc Schätzle

Die Playlist-Preview: Wir befragen einen DJ nach seinen Tracks, die er am Wochenende auf jeden Fall in einem Club auflegen wird. Auf welche Platten und Tracks freut sich unser Playlist-DJ ganz besonders? Was verbindet er mit diesen Liedern? Heute, Hank the DJ. Er spielt morgen Abend im El.Pi.



"Klar schwirrt dem EL.PI. „Ein Sampler läuft durch“-Lästervorwurf immer im Raum und klar gibt es Songs die oft laufen, aber gute Klassiker sind einfach gute Klassiker.", so der O-Ton unseres heutigen Playlist-DJs, Hank the DJ (Bild), der morgen Abend im El.Pi beim "Wilden Abend" eine ebenso wilde Mischung aus den verschiedensten  Genres präsentiert. Musi ab:


Diese Tracks werden auf jeden Fall gespielt:



01. Sleeping In, The Postal Service

Sleeping In ist eine wunderschöne Elektronikpophymne. Das Stück ist keine laute Dancefloorgranate aber ein sanfter Begleiter für die frühen Gäste an Tischen und Theke. Die Quote der Frage: "Wer ist denn das?", "Kannst du mir das aufschreiben?" ist zu Recht sehr groß. Der Name The Postal Service ist übrigens tatsächlich von der US amerikanischen Post lizensiert. Die beiden Bandmitglieder Ben Gibbard und Jimmy Tamborello wohnen soweit auseinander, dass sie sich ihr aufgenommenes Material gegenseitig zur Weiterbearbeitung zuschicken. Ben Gibbard ist übrigens auch Sänger von den grandiosen Death Cab for Cutie.
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02. Boys Of Summer, The Ataris
Der Song wurde im Original von Dan Hanley (Mitbegründer der Eagles) im Jahre 1984 veröffentlicht. Schon das Original ist ein verdammter Riesenhit aber die Ataris streuen dem Ganzen noch ordentlich Pfeffer in den Hintern und trotz seiner Länge rockt die Nummer das Haus. Passt prima zwischen Offspring und Green Day, Elpisampler galore? Nix da,  Riesenhit!  Da gehen die Fäuste in die Luft und die breitbeinige Luftgitarre liegt bereit.
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03. Sunny, Bobby Hebb
Zum Tod von Bobby Hebb, dem Soulmann aus Nashville/ Tennessee. Ein wunderschöner Song, den Bobby Hebb schrieb nach dem JFK ermordet wurde und gleich am darauffolgenden Tag sein Bruder bei einer Messerstecherei ums Leben kam.  Ein guter Freund von mir hat vor ein paar Jahren eine Bobby Hebb Tour gebucht. Ich habe das damals dem Jazzhaus angeboten, die hatten kein Interesse. Bobby Hebb hätte ich gerne gesehen, jedenfalls lieber als die Brothers zum x-ten Mal oder diese AC/DC Coverband. Schade.
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04. A Message To You, Rudy, The Specials
Offbeat ist nicht unbedingt meine Sache, die Specials machen da eine kleine Ausnahme. Grandioser 80er Jahre-2tone-Skinheadska mit politischem Gewissen. Die englische Combo aus dem Arbeitermilieu existierte seit 1977 mit schwarzen und weißen Musikern. Die zweite englische Skawelle „Dawning of a New Era“, endete leider mit der Rechtsradikalisierung vieler Skins die besonders Band wie Madness,  The Selecter und The Specials zu schaffen machte. Diese Bands haben bis heute mit dem schwarz-weißen Schachbrettmuster Stellung gegen Rassismus bezogen. 1981 haben sich die Specials leider getrennt.
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05. It´s Tricky, Run DMC
Sind mit Grandmaster Flash und einigen wenigen Anderen die Wegbereiter des Hip Hop. Mit Rockmusik und fetten Beats befeuert, hat sich das Trio aus Queens bereits 1982 gegründet. Sie waren die erste HipHop-Band auf dem Titel des Rolling Stone. Ihre Verdienste für den Crossover sind unsterblich. 2002 wurde Jason Mizell (Jam Master Jay) in einem Musikstudio in Queens von einem Unbekannten erschossen, damit lösten sich RUN DMC leider auf. Ich hätte gerne ein T-Shirt, den Klassiker mit der fetten Schrift und den Roten Streifen.
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06. Radio Brennt, Die Ärzte
Für mich existieren die Ärzte nur bis zum Jahr 1989. Das mag an meinem fortgeschrittenen Alter liegen. Die Stümperhaftigkeit der frühen Tage gepaart mit der unendlichen Hybris sind einzigartig, vom Humor und Selbstironie ganz zu schweigen. Früher habe ich mit meinem Freund Ralf im Garten gezeltet, Ärzte Kaufkasetten gehört und heimlich Cola getrunken.  Hinterher kann man prima Falco spielen, oder  Madonna.
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07. London´s Burning , The Clash
The Clash waren schon immer das gute Gewissen der frühen Punkbewegung. Musikalische Einflüsse aus Dub, Reggae und Folk paaren sich mit rauhem englischen Punkrock. Ein Wahnsinns-Track, bei dem klar wird wie sehr sich die Beatsteaks teilweise (zu Recht) bei ihren Vorbildern bedienen. Vorher spielen ich gerne Hello Joe, eins Hymne für den verstorbenen The Clash Sänger Joe Strummer.
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08. You can´t Hurry Love, The Supremes
Der Song ist eine wunderschöne Soulnummer aus dem Sommer 1966. Der grosse Gospeleinfluss auf dem frühen R&B und Soul schlägt voll zu und die Ladys von den Supremes befinden sich gerade auf dem Weg vom Teen-Pop zu Erwachsenem Unterhaltungssoul für das weiße Amerika, der die Plattenfirma Motown so riesengroß und weltbekannt gemacht hat. Wer ein bisschen hinhört, kann herausfinden woher Jet die Ideen für Are You Gonna Be My Girl haben.
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09. There is a Light that never goes out, The Smiths
Gegen Ende des Abends spiele ich ganz gerne mal die für mich persönlich größten Songs der  Musikgeschichte. Kann sein, dass da nicht jeder drauf tanzen kann aber ich halte das für meinen heiligen Erziehungsauftrag. Die Smiths gehören mit dieser Nummer zu den unsterblichen Helden der Popkultur.
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10. California über alles, Dead Kennedys

Wo wir gerade bei den unsterblichen Songs sind, gibt’s zum Schluss die Dead Kennedys. Jello Biafra ist zugegeben ein streitbarer Typ, aber auch eine Ikone. "California über alles" ist ein Punkrockknaller, was soll ich mehr sagen? Für immer Punk! Manchmal spiele ich auch lieber Hank Williams Senior, auch unsterblich.
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Was:
Wilder Abend
Wann:
Samstag, 7. August 2010, 22 Uhr
Wo:
El.Pi

 

Noch mehr Termine:

 

Alle Termine zum Wochenende findet ihr in unserem fudder-Partyplaner "Wo rockt's?". Termine unter der Woche findet ihr unter der Rubrik Kalender beim Navigationspunkt "Freie Zeit". Viel Spaß beim Stöbern.

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