Playlist Preview: Belle

Marc Schätzle

Die Playlist-Preview: Wir befragen einen DJ nach seinen Tracks, die er am Wochenende auf jeden Fall in einem Club auflegen wird. Auf welche Platten und Tracks freut sich unser Playlist-DJ ganz besonders? Was verbindet er mit diesen Liedern? Heute: DJ Belle. Er spielt morgen Abend bei Pop Society im Ruefetto.



Morgen Abend steigt im Ruefetto-Keller die Pop Society. Initiator Christian Beller (Bild)  versorgt euch mit Indie, Alternatove und Underground Pop. Heute hat er für fudder eine Playlist zusammengestellt, in der ihr sehen könnt, welche Tracks auf jeden Fall gespielt werden.


Diese Tracks hat Belle dabei:

1. Belle & Sebastian – I Want The World To Stop
Obwohl das letzte Belle & Sebastian Album nun auch schon fast genauso viele Jahre auf dem Buckel hat wie die Pop Society und ich ständig darum bemüht bin, hauptsächlich Musik zu spielen, die nicht älter als ein paar Monate ist, gab es in den über 5 Jahren Pop Society vermutlich kaum einen Abend an dem nicht irgendwas von Belle & Sebastian zu hören war. Die Band passt einfach perfekt ins Konzept und nachdem letzten Freitag mit „Write About Love“ nun endlich die neue Platte erschienen ist, dürfen sie natürlich auch dieses Mal nicht fehlen, zumal auch das 8. Studioalbum mit ein paar echten Hits aufwarten kann. Einer davon ist „I Want the World To Stop“, der sich schon beim ersten Hören vor ein paar Wochen als echter Ohrwurm erwiesen hat.
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2.
Beat! Beat! Beat! – We Are Wolves
Von Schottland geht’s zurück in heimische Gefilde. Dass auch deutsche Bands den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen, zeigen diese vier Teenies aus einem kleinen Kaff am Niederrhein. Im Gegensatz zu Strokes-Kopien wie z.B. den Kilians klingt das gerade erschienene Debutalbum von Beat! Beat! Beat! erstaunlich frisch und eigenwillig. Am besten nachzuhören auf der ersten Single von „Lightmares“.
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3. The Naked And Famous – Young Blood

Die musikalische Weltreise geht weiter nach Neuseeland. The Naked & Famous aus Auckland haben mit „Young Blood“ nicht nur meinen persönlichen Sommerhit des Jahres abgeliefert, sondern waren auch in ihrer Heimat damit so erfolgreich, dass sie mit ihrer ersten Single gleich einen Nummer 1 Hit im eigenen Land verzeichnen konnten – den ersten einer neuseeländischen Band seit Ewigkeiten. Das zugehörige Album gibt es inzwischen als Import bzw. als Download und hat noch mehr derartige Kracher zu bieten, die sich irgendwo zwischen Passion Pit und MGMT bewegen. Und wem das immer noch nicht reicht, der sollte mal bei den Kollegen von „Kids Of 88“ reinhören, mit denen The Naked & Famous derzeit auf Tour sind.Anhören

4.
Tesla Boy – Electric Lady
Die 80er scheinen nie vorbei zu sein. Zumindest hätte ich vor einem Jahr als „Wonderful World“ von Hurts zum ersten Mal bei der Pop Society zu hören war, auch nicht gedacht, dass deren Album und Single ein knappes Jahr später hundertfach in jedem Elektro-Discounter zu finden sind. Stellvertretend für die ganzen Eighties-infizierten Electro-Synthie-Popper habe ich hier Tesla Boy aus Moskau ausgewählt, die zudem noch beweisen, dass osteuropäische Musik nicht immer in die Russendisko-Schublade gesteckt werden kann.
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5. Quadron – Slippin’
Ich habe noch nie viel von irgendwelchen Genre-Grenzen gehalten, deshalb gab es in der Vergangenheit auch immer mal wieder eine Prise Soul in den Pop Society Sets. Der Übergang vom Indie-Pop zu Soul-Künstlern à la Aloe Blacc, Lee Fields oder Mayer Hawthorne gelingt vermutlich auch ganz gut mit dem dänischen Duo Quadron, das seine Musik selbst am liebsten als Electronic Soul bezeichnet und damit in Skandinavien auf fast unberührtem Boden steht.
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6
. Broken Glass Heroes – Let’s Not Fall Apart
Man muss kein großer Experte sein, um die musikalischen Vorbilder dieser erst Anfang des Jahres gegründeten Band aus Antwerpen zu erraten. Schon nach den ersten Takten von „Let's Not Fall Apart“ muss man an Brian Wilson denken und fragt sich, ob die Beach Boys Urenkel in Belgien haben. Kein Tanzflächenkracher, aber trotzdem eine schöne Entdeckung.Anhören

7. The Hundred In the Hands – Commotion
Warp Records gehören seit 20 Jahren zu den wegweisendsten Plattenlabels überhaupt und haben das die letzten Monate vor allem mit den Alben von Gonjasufi und Flying Lotus nochmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch The Hundred In The Hands wurden Ende letzten Jahres unter Vertrag genommen und stellen insofern ein Novum dar, als es bei Warp zumindest im elektronischen Bereich nie so poppig und tanzbar zuging. Vor knapp einem Monat kam dann auch endlich das Debutalbum des Brooklyner Duos heraus und nach „Dressed In Dresden“ und „Pigeons“ wird „Commotion“ im November als nächste Single ausgekoppelt.Anhören

8. An Horse – Camp Out
Nach heutigen Maßstäben ist „Camp Out” schon ziemlich alt, aber da es so selten eine Pop Society gibt und ich bei den letzten Gelegenheiten immer vergessen habe, das mitzunehmen, kommt der Song dieses Mal mit 18-monatiger Verspätung garantiert. Übrigens handelt es sich bei „An Horse“ schon wieder um ein Zweiergespann mit weiblichen Gesang und weil ich bisher auch immer die Herkunft herausgestellt habe, sei auch noch erwähnt, dass die beiden aus Australien stammen.Anhören

9. Arcade Fire – Sprawl II (Mountains Beyond Mountains)
Arcade Fire müssen wohl nicht weiter vorgestellt werden. Dass sie aus Kanada kommen weiß auch jeder, der schonmal eine Musikzeitschrift zur Hand genommen hat. Als im Sommer das neue Album erschienen ist, war ich ehrlich gesagt erst ein bisschen skeptisch, ob die hohen Erwartungen überhaupt erfüllt werden können. Nach einer 5-stündigen Autofahrt, bei der das Album in voller Lautstärke auf Repeat lief, waren aber alle Zweifel beseitigt. Vor allem über das eher ungewöhnliche „Sprawl II (Mountains Beyond Mountains)“ habe ich mich bei jedem Durchgang aufs Neue gefreut.Anhören

10. The Heartbreaks – I Didn't Think It Would Hurt To Think Of You

Jetzt bin ich leider schon am Ende der Liste angelangt, dabei gäbe es noch so viele neue Bands, die ich gerne vorstellen würde. Aber dafür habe ich dann ja hoffentlich am Samstag Zeit und in der Pop Society Facebook-Gruppe werden auch regelmäßig neue Videos gepostet... Am Schluß also noch eine junge Band aus Manchester, die ein bisschen wie die englische Version von The Drums daherkommt. Ob sie dem UK-üblichen Hype gerecht werden, wird sich wohl erst zeigen, wenn ein bisschen mehr zu hören ist als die ersten zwei Singles. „I Didn't Think It Would Hurt To Think Of You“ weiß jedenfalls zu gefallen.Anhören

Was:
Pop Society
Wann: Samstag, 16. Oktober 2010, 22 Uhr
Wo:
Ruefetto



Noch mehr Termine:

 

Alle Termine zum Wochenende findet ihr in unserem fudder-Partyplaner "Wo rockt's?". Termine unter der Woche findet ihr unter der Rubrik Kalender beim Navigationspunkt "Freie Zeit". Viel Spaß beim Stöbern.

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