Playlist Preview (115): Hendrik Vogel

Marc Schätzle

Die Playlist-Preview: Wir befragen einen DJ nach seinen Tracks, die er am Wochenende auf jeden Fall in einem Club auflegen wird. Auf welche Platten und Tracks freut sich unser Playlist-DJ ganz besonders? Was verbindet er mit diesen Liedern? Heute hendrik Vogel. Er spielt morgen in der Jackson Pollock Bar.



Hendrik Vogel, bekannt im Raum Karlsruhe durch sein Live-Projekt "Nugath" besucht Freiburg morgen mit seiner einmal im monat stattfindenden Partyreihe "Groof" in der Jackson Pollock Bar. Mit der heutigen Playlist geht es um die Welt: Deephouse, Tribalhouse, Chicken Funk, Soul, Minimal & Techno. In der elektronischen Musik verlaufen die Grenzen inzwischen fast fließend, daher geht’s von Zürich nach Stuttgart, Freiburg, Düsseldorf, Essen, Berlin, Paris, Kanada, Kenia und  natürlich nach Karlsruhe.


Diese Tracks hat Hendrik mit dabei:

01. Kalabrese - Makelovedisco - (Zürich)
„I wanna make love tonight i wanna be with you... „I wanna feel your body!“ Kalabrese macht sich Gedanken über die Zukunft. Und dabei nicht  nur über seinen gleichnamigen Laden in Zürich Das klingt modern und ist alles von Hand eingespielt und von ihm u.a. eingesungen. „Makelovedisco“ ist spätestens wenn die Bassline nach Hälfte des Tracks sich voll ausgebreitet hat – eine Liebeserklärung, an an den CLUB und das Nachtleben! Ups. 68er. Macht Liebe!
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02. Motorcitydrumensemble - Feel the love (Four Roses Recordings) - (Stuttgart)
„Das war jetzt fünfmal der gleiche Rhythmus“ (Zitat UNBEKANNTE während eines DJ-Gigs) -  „Feel the love“ bricht alle Rhythmusgewohnheiten. Bei 115 BPM viel langsamer angelegt als gewohnter Clubsound, manifestiert Danilo Plessow alias MOTORCITYDRUMENSEMBLE, als ehemaliger Jazz Schlagzeuger aus Stuttgart, mit diesem Track die Liebe zu seinem Instrument. Ähnliche Schmankerl lassen sich auf dem kleinen Stuttgart Label „four roses“ u.a. auch von Mujaba finden. „Feel the love!“
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03. Sarrass – Home to the Sea (Compost Records) - (Freiburg)
„Home to Sea“ beginnt mit einem wahren Synthie-Delay Inferno, das an alte House Zeiten erinnert. Da schwappen Synthies auf und ab wie das Meer. Dubbig und warm entwickelt sich der Track. Das klingt frisch und kommt aus der Heimat. Sarrass, ist Freiburger und releast seit neustem auf dem Münchner Label Compost Records. Dort erscheint auch bald das neue Kunstwerk von Rainer Trüby, in neuer Combo.
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04.To Roccoco Rot – Testfeld (kitty-yo) - (Düsseldorf)
2006 hatte ich as Glück bei Stefan Schneider zu studieren. 10 Jahre zuvor,1996 erschien mit To roccoco rots „Testfeld“. Ein Stück elektronische Musikgeschichte. Eine Nummer die mit ihrer dubbigen Line alles nach vorne schiebt und einem Vokal das sich dezent zurückhält, den mehr Aussage als „Summer Sun“ braucht das Lied sowieso nicht.
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05. Dplay – Schroule - (Essen)
Essen, 2009, auf dem Cover der LP sind 11 Fußballerbeine zu sehen. Auf der Platte selbst,vollführt DPLAY dann ein Kurzpassspiel das auf der B-Seite mit "Schroule" die Meisterschaft klar macht. Ich drücke play und „bin dann mal oben!“
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06.  Butane - Mutation (Mutation Two Sety Circus Remix)  (Crosstown Rebels) - (Berlin/St.Louis)
Viel übrig geblieben vom Originaltrack ist nicht, nach gründlicher Überarbeitung des Parisers Sety, vielmehr hat er sich die dubbige Essenz des Tracks genommen und daraus eine warme analoge dubhousenummer kreiiert. In der Mitte wird erfreuen uns Bläserklänge, bevor in balkandubhousemanier alles zu Ende geht. Hier ist Sommer. Nächster Track.
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07. D’Julz – Fleurette (Circus Company) - (Paris) 
Stell ich nun das Label wegen seinen seit geraumer Zeit tollen Releases die sich aus dem gewohnten Houseminimalhandtaschengehouse abheben vor oder wegen seiner extravaganten Cover Gestaltung? Jedenfalls geht es hier um ein Label das mit Künstlern wie Guillaume & The Coutu Dumonts, DOP, Oleg Poliakov oder eben in diesem Fall D’Julz die Labelwelt aufmischt. Vorwärts soll es gehen mit der Musik. Das hat sich auch D’Julz aus Paris gedacht. Fleurette, ist so simpel, und bombig zugleich. Die Platte der letzten Monate! Ein Vulkan. Wie auf dem Cover zu sehen.
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08. Guillaume & the coutu dumonts - Sous L’arbre (Original) (Circus Company)  - (Kanada)
Der Track ist schon etwas älter. Etwa ein Jahr um genau zu sein. Und ist quasi der Vorgänger der Fleurette. „Sous L’arbre“ ist so was wie  ein „sympathisches Brett“: Saxophon, eine tiefe Soulstimme, aber drumherum, das was Guillaume & the coutu dumonts wohl am besten können, drums produzieren. Eine Lieblingsplatte.
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9. John Talabot – Naomi (Permanent Vacation) - (Kenia)
Hier trifft Enio Morricone auf zahlreiche Schnipsel aus Filmepen, sehr verhalten beginnt der Track mit einem langsamen Beat, bevor ganz plötzlich, meint man,alles auf einmal losgeht, plötzlich ist er da: Enio, Vom Winde verweht, der Löwe der brüllt bevor der Film anfängt. Das ganze peitscht sich nach oben, und am Ende hört ein Glück alles nicht so aprubt auf wie es anfängt, sondern plätschert langsam aus. Die A-Seite bringt mit „Afrika“ ein ähnliches Houseeposmonster auf die Tanzflächen. Sehr schöne Platte.
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10. Amé – Setsa (Innervisions) - (Karlsruhe)
Kristian Beyer und Frank Wiedemann. Die zwei Karlsruher, die erst kürzlich mit Henrik Schwarz und Dixon zusammen ihre Compilation „The Grandfather Paradox“ präsentierten und auf der sie in einem tollen Mix durch die 50 Jährige Geschichte elektronisch minimaler Musik vollführen, setzten nun an zum nächsten Streich. Ein John Cage Sample trifft hier auf die Atmosphäre der 80er, das Ganze klingt im Gesamten dann natürlich nach: Âme. Und rockt...und...Und Karlsruhe ist plötzlich nicht mehr nur ein Fleck auf der Landkarte.
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Mehr dazu:

Was: Grroof
Wann: Samstag, 23. Mai 2009, 23 Uhr
Wo: Jackson Pollock Bar
Eintritt: bis 0 Uhr €2, danach €3

Noch mehr Termine:

Alle Termine zum Wochenende findet ihr in unserem fudder-Partyplaner "Wo rockt's?". Termine unter der Woche findet ihr unter der Rubrik Kalenderbeim Navigationspunkt "Freie Zeit". Viel Spaß beim Stöbern.