Playlist Preview (108): David

Marc Schätzle & David Weigend

Die Playlist-Preview: Wir befragen einen DJ, der in einem Club auflegen wird. Auf welche Platten und Tracks freut sich unser Playlist-DJ ganz besonders? Was verbindet er mit diesen Liedern? Heute mit einem kleinen Highlight: fudder-Redakteur David spielt heute Abend im Crash. Zeit für einen Playlist-Check.



Nachdem die Lautsprecher unserer Redaktionsanlage wegen fortdauernden Lärms den Dienst quittierten, baten wir die Crashbetreiber Davids Stromgitarren-Gewaltmusik durch eine dafür ausgelegte Anlage zu pumpen, mit einem Publikum, das diesen Sound auch zu würdigen weiß.


David macht zusammen mit Hopser im Thekenraum Krach. Zu hören gibt's eine Mixtur aus Thrash, Death, Prog und Schwanzrock. Autsch, mein Nacken!

Diese Tracks hat David dabei:


01. Death: Spiritual Healing

Anfang der 1990er Jahre gab es irgendwo in den Vogesen einen Piratensender, die französische Version von Radio Dreyeckland. Donnerstagabends kam Metal und der Lieblingskünstler der Moderatoren war Chuck Schuldiner. Jedes Mal wurde Death gespielt und stundenlang darüber gelabert. Ich verstand zwar noch kein Französisch, aber diese Sprache verstand ich. Spiritual Healing, c’est formidable!
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02. Obituary: In the End of Life
Man stelle sich vor, man besichtigt ein Sägewerk. Dann macht man eine ungeschickte Bewegung und fällt über die Balustrade. So klingt Obituary. Manchmal werde ich gefragt, warum ich eigentlich nie auf Songtexte achte. Wie denn auch, antworte ich dann, wenn ich mit Musik sozialisiert wurde, bei der man den Text schon rein akustisch nicht verstehen kann. Das Schlimme: Diese Sozialisierung ist noch lange nicht vorbei.
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03. Morbid Angel: Immortal Rites
Diese Jungs haben komplett einen an der Klatsche und das ist gut so. Mit „Altars of Madness“ lieferten die blassen Satanisten einen Krach-Meilenstein ab. Ein Album, mit dem ich unsere Nachbarn von oben drüber, mit denen wir manchmal Stress hatten, in den Wahnsinn getrieben habe. Nachträglich sorry, Herr B.-H. Vor allem für das eine Mal, wo ich auf die Leiter gestiegen bin und meinen vollaufgedrehten Gitarrenverstärker mit „Immortal Rites“ an die Decke gehalten habe. Nein, das war kein Erdbeben.
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04. Judas Priest: Turbo Lover
Dieser Sound ist so Klischee, dass er sogar auch mal von meinem, hüstel, DJ-Kollegen Robert Heart einen Stock höher im Drifters gespielt wird, wenn auch eher ironisch. Nun ja, ich meine es ernst.
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05. Opeth: Wreath
Wohl eher kein Tanzflächenfüller. Aber Opeth muss einfach sein. Das ist Metalkunst mit vielen Nuancen. Keine Band versteht es besser, den Kontrast von Melancholie, Wut und Verzweiflung besser zu vertonen. Groß.
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06. Boltthrower: Contact – Wait Out
Kein Wunder, dass der große John Peel diese Band schätzte und förderte. Habe mal gelesen, dass Sänger Karl Willetts nächtelang an irgendwelchen Normandiestränden campiert hat, um sich die richtige Inspiration für seine Texte zu holen. Obwohl sich die Band seit nunmehr acht Alben ausschließlich mit dem Thema Krieg beschäftigt, sind die fünf Briten erklärte Pazifisten. Hören kann man das nicht unbedingt.
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07. Megadeth: The Punishment Due
Ganz klar, Dave Mustaine ist einer der arrogantesten Poser im Metalbiz. Unvergessen, wie er mal bei einem Gig in der Münchner Elserhalle das Publikum ernsthaft aufgefordert hat: „Wenn hier jemand besser Gitarre spielt als ich, soll er die Hand heben.“ Dennoch führt kein Weg an Mustaines Geniestreich „Rust in Peace“ vorbei. Auch wenn natürlich Marty Friedman die deutlich geileren Soli spielt.
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08. Watchtower: Instruments of Random Murder
Watchtower in Comicsprache: Frickel, gniedel, Zappa gut find, break, hochtönig sing, rumprog, akademisch komponier, alles an die Wand spiel, Crash ausflipp.
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09. Pantera: Message in Blood

Genau das Richtige für die nette Schlägerei zwischendurch.
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10. Faith No More: The Real Thing

Das geht raus an meinen Brother Ralf W. Du weißt schon: Einfach nur existieren und...
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Mehr dazu:

Crash: Website
Was: Metalmania
Wann: Freitag, 3. April 2009, 22 Uhr
Wo: Crash