Entscheidung

Platz der Alten Synagoge: Gedenkbrunnen bekommt provisorische Infotafeln

Joachim Röderer

Am Gedenkbrunnen am Platz der Alten Synagoge sollen bald provisorische Informationstafeln angebracht werden. Außerdem gibt es eine Entscheidung bei der Debatte um den Namen.

Über den Schritt hat OB Dieter Salomon am Montagabend in der nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses die Stadträtinnen und Stadträte informiert. Das Gremium hat sich zudem darauf verständigt, dass der Platz seinen bisherigen Namen behält – wie es Freiburgs jüdische Gemeinden gewünscht hatten.


Der neue Platz zwischen Stadttheater und Kollegiengebäude II der Uni ist Anfang August eingeweiht worden – und ist von Anfang an von Freiburgern und Stadtbesuchern angenommen worden. Allerdings: Es gab und gibt heftige Debatten um den Umgang mit dem Gedenkbrunnen, der die Umrisse der 1938 niedergebrannten Synagoge abbildet. Ratsfraktionen sowie die jüdischen Gemeinden forderten zusätzliche Gedenktafeln.

Geschichte und der Hintergrund sollen verständlicher werden

Diese provisorischen Erläuterungstafeln werden nun angebracht – das hat der OB im Hauptausschuss mitgeteilt. Damit sollen die Geschichte und der Hintergrund des Brunnens für die Platzbesucher verständlicher werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung vom Montagabend. Damit soll ein besseres Bewusstsein für ein angemessenes Verhalten an dem Gedenkort einhergehen. Die in den Brunnen eingelassene Gedenkplatte, die an die zerstörte Synagoge erinnert, werde zu oft übersehen.



Die endgültige Gestaltung für Erläuterungen des Erinnerungsortes werde gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden in den nächsten Monaten in einem Moderationsverfahren ausgearbeitet, so die Ankündigung. Außerdem gab es eine Entscheidung im Hauptausschuss – im allgemeinen Konsens, wie die Stadtverwaltung schreibt.

Umbenennung wird nicht weiterverfolgt

Die von mehreren Ratsfraktionen und auch von der Stadtspitze erwogene Umbenennung in "Platz der Zerstörten Synagoge" wird nicht weiterverfolgt. Gegen diese Umbenennung hatten sich unter anderem die Vertreter der jüdischen Gemeinden in Freiburg ebenso wie die Universität ausgesprochen.

Der Platz der Alten Synagoge wird auch Thema in der kommenden Gemeinderatssitzung sein. Offen ist noch die Frage, wie mit den aus dem Boden entnommenen Fundamentsteinen der Synagoge umgegangen werden soll.

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