Pläne fürs Z: "Zu wenig Engagement von Freiburgs Jugend"

Gina Kutkat

Das Kulturzentrum Z ist nicht nur pleite, sondern auch hochverschuldet. Die Vertreter der Stadt haben bis Ende April ein neues Konzept für das Jugendkulturzentrum in der Unterführung am Siegesdenkmal gefordert. Wie sieht der Neustart des Z aus? Wer ist dafür verantwortlich? Wir haben bei Henning Zippel nachgefragt, der an der Neukonzipierung des Z beteiligt ist.



Herr Zippel, wie sieht das neue Konzept für das Z aus?

Primär geht es darum, die Räumlichkeiten weiterhin nutzbar zu halten. Der bisherige Verein Das Z ist ja, wie von fudder berichtet, aufgrund von Misswirtschaft pleite gegangen. Die Stadt hat aber signalisiert, dass sie die Räumlichkeiten gerne erhalten würde, auch als Jugendkulturzentrum. Daraufhin hat sich eine neue Gruppe von Leuten zusammengefunden, die jetzt versucht, einen neuen Verein zu gründen und die Räumlichkeiten des ehemaligen Z weiterhin zu nutzen.

Der alte Verein wurde aufgelöst?

Ja, komplett. In der Übergangszeit stand Axel Rutz (ehemaliger Vorstandsberater, Anm. der Redaktion) noch beratend zur Seite, weil er in die ganze Kostengeschichte involviert war. Aber vom alten Vorstand und den alten Vereinsmitgliedern ist soweit nichts mehr übrig.

Mitglieder des Z-Beirats haben einen hauptamtlichen, kompetenten Mitarbeiter gefordert. Ist dieser schon gefunden?

Die Forderung besteht auch weiterhin. Bis jetzt arbeiten alle fünf neuen Mitglieder ehrenamtlich. Die ehrenamtliche Selbstverwaltung ist beim Z schon schief gegangen, es würde auch bei einem neuen Verein wieder schief gehen, wenn keine professionelle Fachkraft zur Seite steht. Das muss nicht einmal ein Sozialpädagoge sein, aber Jugendliche zwischen 16 und 20 sind mit solchen Kostengeschichten einfach überfordert. Es muss jemand her, der sich mit Management auskennt, damit sich die groben Fehler nicht wiederholen.



In Planung stehen ein Computerraum, eine Siebdruckwerkstatt, eine Küche sowie ein voll ausgestatteter Proberaum. Wie soll das alles finanziert werden?

Bis jetzt ist noch gar nichts geregelt. Die Stadt dreht den Geldhahn immer noch zu, was ja auch verständlich ist. Bis kein sinnvolles Konzept steht, wird die Stadt auch nichts beisteuern. Es gibt bis jetzt die Planung eines separaten Vereins, der sich um Proberäume kümmert und eventuell ein kleines Tonstudio einrichtet. Der würde sich aber durch Mitgliedsbeiträge eigenständig finanzieren und wäre von der restlichen Geschichte abgetrennt. Ob die Stadt Finanzspritzen zu einem Computerraum oder einer Siebdruckwerkstatt geben wird, stellt sich erst heraus, wenn ein ausreichendes Konzept steht. Es fehlen aber noch Jugendliche, die mitarbeiten.



Hat die Stadt ein Ultimatum gesetzt?

Von der Stadt gibt es die Forderung, ein tragfähiges Konzept Ende April, Anfang Mai vorzulegen. Deswegen sind wir auch relativ knapp dran. Leider kommt von Freiburgs Jugendlichen wenig zurück. Es herrscht mittlerweile eine absolute Konsumhaltung in Freiburg. Alle hätten gerne einen Club, hätten gerne dies  und das - aber eigentlich möchte niemand irgend etwas dafür machen.

Wann und wo kann man sich denn am neuen Konzept beteiligen?

Jeden Dienstag um 18 Uhr feilen wir in den Räumen des Ex-Z (Eingang Bertelsmannclub) an der möglichen Zukunft des Kulturzentrums. Die Treffen findet schon seit Anfang April statt. Teilweise war schon Interesse da, vor allem von verschiedenen jugendpolitischen Einrichtungen. So waren zum Beispiel Junges Freiburg oder das Jugendbüro ein paar Mal da. Allerdings fehlen die betreffenden Jugendlichen, die dieses Zentrum in der Zukunft tragen. Es fehlt an Leuten, die gerne selber etwas machen würden.



Was wird sich inhaltlich am Kulturzentrum ändern?

Das Motto lautet "Weniger Party, mehr Inhalt". In den letzten Jahren war das Z einfach nur als Club oder Diskothek bekannt und weniger als Jugendkultureinrichtung. Es wird inhaltliche Angebote geben, wie zum Beispiel Computer- und Kochkurse oder Musikunterricht. Im Veranstaltungbereich soll es nicht Woche für Woche die gleiche Techno-Party geben, sondern mehr Theater- oder Kinoabende. Ein bißchen mehr Anspruch, anstatt einfach nur "Tür auf und Alkohol raus."

Mehr dazu:

Web: Kulturzentrum Z Email: neustart@das-z.de