Piratenpartei in Freiburg frisch geschlüpft

Philip Hehn

Gestern hat die Freiburger Delegation der "Piratenpartei" im Eimer zum ersten offiziellen Stammtisch eingeladen. Junge Gesichter, noch wenig Erfahrung, aber viel Ehrgeiz - Philip war dabei.



Die Wellen über das „Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen“ schlugen diesen Juni hoch im deutschsprachigen Internet. Eine unerwartete Konsequenz der Auseinandersetzung könnte Bewegung im deutschen Parteiensystem sein.


Gestern trafen sich 20 Personen zum Stammtisch der Piratenpartei in der Gaststätte „Eimer“ in der Belfortstraße. Die Veranstaltung hatte wenig gemein mit den Veranstaltungen der etablierten Parteien. Es war nicht in erster Linie die Tatsache, dass vereinzelte Teilnehmer Kopftuch trugen. Auch nicht, dass die Teilnehmer für eine Parteiveranstaltung verblüffend jung waren, oder dass eine Raucherpause eingeplant wurde. Der auffälligste Unterschied waren die verwendeten Mittel.

Die frischgeschlüpfte Partei hat noch keine administrativen Strukturen, kein erfahrenes Personal und zu vielen Themen noch kein Programm. Was sie hat, ist eine Menge Ehrgeiz, eine Menge Energie und, ganz selbstverständlich, neuartige Methoden, sich zu organisieren. „Soll ich einen IRC-Channel einrichten?“ wurde gefragt. Immer wieder wurde auf „die Wiki“ verwiesen. Ein Teilnehmer tippte Fahnen- und T-Shirt-Bestellungen direkt in seinen winzigen Laptop.



Die Geschichte wird zeigen, ob die Kontroverse um das Internetsperrgesetz tatsächlich ein neues Kapitel in Bezug auf den Umgang mit der Meinungsfreiheit in Deutschland eröffnet hat. Es erscheint aber denkbar, dass diese sich stark über ihre Affinität zu modernen Kommunikationstechniken definierende Partei, unabhängig von ihrem Erfolg bei der Bundestagswahl im Herbst, für die anderen Parteien als Vorbild für eine neue Art fungieren wird, in Deutschland junge Bürger für Politik zu interessieren, zu mobilisieren und zu organisieren.

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