Picknick verboten: Taschenkontrolle im Cinemaxx

Katharina Wenzelis

In unserem Forum wurde darüber diskutiert, warum man im Cinemaxx Freiburg seit einiger Zeit Taschenkontrollen durchführt. Die meisten Kinogänger reagieren darauf mit Unverständnis. Wir haben den Freiburger Cinemaxx-Geschäftsführer Björn Haschke nach den Gründen der Durchsuchungen gefragt.



Geht man dieser Tage ins Cinemaxx-Kino an der Bertoldstraße, wundert man sich darüber, dass die Angestellten am Eingang neuerdings nicht nur das Ticket, sondern auch die Taschen kontrollieren.


Warum? Was wird kontrolliert? "Wir kontrollieren, ob die Besucher Speisen und Getränke, Videokameras oder Waffen dabei haben", sagt Björn Haschke, Geschäftsführer des Cinemaxx Freiburg. "All diese Dinge sind in unseren Räumen verboten. Das steht auch in der Hausordnung, aber die meisten Kunden halten sich nicht daran, vor allem, was den Fremdverzehr betrifft."

Laut Haschke hätten die Cinemaxx-Betreiber in den vergangenen Jahren darüber hinweggesehen, aber die Vorfälle hätten in letzter Zeit zugenommen. "Die Gäste bringen Pizza, Döner und ganze Burger-Menüs mit in die Vorstellung. Das führt nicht nur zur Verschmutzung der Säle, sondern auch zu Geruchsbelästigung anderer Besucher." Kunden hätten sich mehrfach beschwert. Und: "Aufgrund von Waffen hatten wir schon die Polizei im Haus", sagt Haschke.



Wer eine größere Tasche oder einen Rucksack dabei hat, wird vom Kinopersonal gefragt, ob die Tasche kontrolliert werden darf. Die verbotenen Gegenstände werden während des Kinobesuchs einbehalten und die Leute können ihr Eigentum nach dem Film wieder abholen. "Kameras verwahren wir allerdings nicht. Die Verwahrung von Wertgegenständen ist uns zu heikel", sagt der Geschäftsführer. Mit Kameras meint er grundsätzlich sowohl Videokameras als auch Fotoapparate, wobei er bei letzteren Ausnahmen mache.

Niemand wird gezwungen, den Inhalt der Tasche zu zeigen. Wer die Kontrolle verweigert, darf die Kinos nicht betreten und bekommt sein Geld zurück.

Björn Haschke versteht das Unverständnis der Leute nicht: "In einem Restaurant darf man auch nicht das mitgebrachte Butterbrot auf den Teller legen." Von den verkauften Kinokarten müsse jeder Kinobetreiber 50 Prozent an den Filmverleih bezahlen. "Der Kinokartenverkauf allein deckt nicht mal die Fixkosten. Jeder Kinobetrieb lebt auch vom gastronomischen Verkauf."

Björn Haschke hofft diesbezüglich auf mehr Verständnis, denn laut seiner Aussage gehöre die Taschenkontrolle in den meisten Kinos in größeren Städten schon seit Jahren zur Normalität.

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