PicBadges auf Facebook: Der digitale Ansteckbutton

Christoph Müller-Stoffels

Badges. Von Taschen und Jacken nicht wegzudenken. "Atomkraft? Nein danke!”, "Schalke forever!” oder einfach ein Smiley. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Anstecker die digitale Welt erobern würden; jetzt gibt es die Facebook-App PicBadgesk. Unser Mitarbeiter cms hat uns damit einen digitalen fudder-Anstecker gebastelt.



Nennen wir es eine weitere Spielerei für das liebevoll gepflegte Facebook-Profil. Auf den ersten Blick sind die PicBadges nichts anderes, als eine Verzierung des Fotos. Mit einem Herzchen, einem Stinkefinger oder einem fudder-Goldfisch. Man kann sich als Single outen oder einen schönen Valentinstag wünschen.


Der Fantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, denn das Design auf dem Badge kann man importieren. Und das geht ziemlich einfach. Mit Facebook verbinden, hochladen, platzieren, ans Facebook-Profilfoto pinnen – fertig. Das eigene Profilfoto ist mit einem Accessoire versehen, unterstützt einen bald nicht mehr erstklassigen Fußballverein oder verbeitet eine politische Botschaft.

Der Begriff "Badge" kommt eigentlich aus dem englischen Adel. Man versah Urkunden, Gebäude oder ähnliches damit. Mit diesen ursprünglichen Badges hat der Facebook-Anstecker nicht mehr viel zu tun. Allenfalls die Markierung des Terrains, die politische Botschaft, das Beinchen heben ist noch vorhanden. Und das in jede politische Richtung.

Ein grinsendes Gesicht wirbt für ein “Nazis raus”-Badge, allerdings ein “Nazis raus auf die Straße”. Die hergestellten Badges werden nämlich allen anderen Usern zur Verfügung gestellt und können, wie das bei Facebook immer so ist, "gemocht" und getragen werden. Während die beliebteren Badges über 20.000 mal angesteckt werden, ein Herz sogar über 60.000 mal, schafft es der Nazi-Stecker auf 21 Nutzer. Der Zufall will es, dass das grinsende Gesicht einer dunkelhäutigen Frau dafür wirbt. Das haben sich die Dumpfbacken sicher auch anders vorgestellt.

Wir basteln uns ein fudder-PicBadge. Munter grinst der Goldfisch neben dem Profilbild, einen Rahmen aus Herzchen oder Sternchen kann man auch noch hinzufügen. Auf der Site wird man es erst finden, wenn sich mindestens zehn Facebook-User den Goldfisch ans Profil gepinnt haben. Na ja, die üblichen Einladetechniken sind anwendbar.

Das Unternehmen selbst geht nur sehr vage auf den Umgang mit politischen Inhalten ein, sagt, dass es zwar nicht alle Inhalte ständig überprüfen könne, aber sich das Recht herausnähme, alles nach Lust und Laune zu löschen. Anscheinend kommt man damit nicht hinterher.

Wofür sich das Tool auch eignet, ist Werbung. Wer halbwegs clever ist, verleitet viele Facebook-User, auf das eigene Produkt, die eigene Marke hinzuweisen, wie vor, während und nach der WM Profilbilder plötzlich schwarz-rot golden hinterlegt waren. Viel Erfolg!

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